Grundbegriffe der Heimkino-Projektoren

Auf einer Leinwand in den eigenen vier Wänden lassen sich Filme und Serien in vollem Umfang genießen. Doch bis dahin ist es ein weiter Weg, denn ein Heimkino ist umfangreich und bedarf reiflicher Überlegung und Planung. Ein zentrales Thema des Heimkinos ist der Projektor und mit diesem wollen wir uns ganz allgemein auseinandersetzen.

Auch die Leinwand ist ein relevanter Bestandteil des idealen Heimkinos. Mit der Auswahl dieser haben wir uns bereits an anderer Stelle intensiv beschäftigt. Daher soll es nun um die Grundlagen der Projektoren gehen.

Grundbegriffe

Bei der Auswahl des passenden Projektors stößt man auf eine große technologische Vielfalt. Relevante Unterschiede zwischen den Projektionstechniken LCD, DLP und LCoS haben wir in diesem Artikel bereits verhandelt.

Kommen wir nun also zu den Elementen des Projektors. Im Folgenden listen wir einige Grundbegriffe auf, über die man immer wieder stolpert, wenn man sich mit Beamern beschäftigt und geben eine kurze Erläuterung zu diesen.

Helligkeit
Die Maßeinheit der Helligkeit ist ANSI-Lumen. Diese gibt an, wie viel Licht ein Projektor auf die Fläche projizieren kann. Je größer die Projektionsfläche und je heller die Umgebung ist, umso mehr ANSI-Lumen werden erfordert. Umgekehrt bedeutet das auch, dass eine höhere Lichtstärke das Bild besser erkennbar macht.
Vergrößert sich der Abstand zur Leinwand, wird auch das Bild des Beamers größer. Allerdings muss sich dann auch das Licht auf eine größere Fläche verteilen. Ist die Projektionsfläche beispielsweise 5 Meter breit, kommt weniger Licht an als bei einer Breite von 2 Metern.

Lichtquelle: UHP-Lampen
Die UHP-Lampe ist die wohl gebräuchlichste Lichtquelle der Projektoren. Ursprünglich stand die Abkürzung für „Ultra High Pressure“, wurde aus Werbegründen aber zu „Ultra High Performance“ umbenannt. Das hebt die Stärke der Quecksilberdampflampen hervor, bei denen Spannung das Gas zum Leuchten anregt.
Diese Lampen erhitzen sich stark und müssen nach dem Ausschalten des Beamers erst einmal Abkühlen, wofür der Ventilator weiter benutzt wird.

Lichtquelle: LED
Eine Alternative zu den herkömmlichen Lampen sind LED-Beamer (light-emitting diodes). Die winzigen LEDs werden durch einen Elektronenfluss beleuchtet. Da sie keine Glühfäden besitzen, arbeiten sie effizienter, während sie weniger Energie benötigen als herkömmliche Glühbirnen. Ein weiterer Vorteil ist, dass die LEDs nicht abkühlen müssen. Während des Betriebs des Projektors wird damit die Lautstärke minimalisiert.

Lichtquelle: Laser
Laser (light amplification by stimulated emission of radiation) haben einen schmalen Frequenzbereich sowie eine starke Bündelung. Das bedeutet, dass sie viel Energie transportieren. Zur Erzeugung der Farben strahlt ein blauer Laser auf eine Phosphorschicht, wodurch er in gelbes beziehungsweise rotes Licht umgewandelt wird. Gleichzeitig wird natürlich aber auch das blaue Laserlicht verwendet, um alle drei Grundfarben auszunutzen.
Laser müssen nicht abkühlen und benötigen auch keine Vorlaufzeit.

Zoom
Die Größe des Bildes wird mit dem Zoomobjekt vergrößert respektive verkleinert, ohne die Lichtstärke zu verändern.

Fokus
Je nach Entfernung muss die Linse scharf gestellt werden. Es ist allerdings auch möglich, dass der Projektor zu nahe an oder zu weit von der Leinwand entfernt aufgestellt wurde, sodass sich das Bild nicht mehr fokussieren lässt.

  • Bei dem manuellen Fokus wird das Bild mittels eines Rades von Hand geregelt.
  • Der motorische Fokus wiederum wird mittels Tastendruck mit der Fernbedienung eingestellt.
  • Autofokus schließlich beschreibt, dass das Bild des Projektors mittels einer Kamera automatisch scharf gestellt wird.

Trapez-Korrektur
Wird der Beamer leicht schräg aufgestellt, verzerrt sich das Bild, welches er auf die Leinwand projiziert. Um dies zu umgehen, wird die länger gezogene Seite des Bildes digital gestaucht, wobei allerdings gleichzeitig Bildinformationen verloren gehen und die Schärfe leidet. Auf elektronischen Weg werden die Bildverzerrungen von der Trapez-Korrektur bearbeitet, indem die Bilder korrekt berechnet und anschließend richtig proportioniert dargestellt werden.

Lens shift
Bei dem Lens shift handelt es sich um eine Funktion, die das komplette Objektiv verstellt. Etwaigen Verzerrungen wird direkt entgegengewirkt und das Objektiv wird parallel zur Projektionsvorlage verschoben. Somit gehen keine Bildinformationen verloren und das Bild ist ohne Verzerrung zu genießen. Wird das Objektiv zu weit verschoben, wirkt sich auch das negativ auf die Schärfe aus.

Irisblende
Adaptive Licht- beziehungsweise Irisblenden erhöhen den Kontrastumfang von Projektoren, womit sich auch die Bildqualität von hellen und dunklen Bildszenen verbessert. Sie werden, je nach Modell, automatisch oder manuell angepasst. Daher ist immer darauf zu achten, helle Szenen nicht zu überstrahlen und dunkle nicht mit zu wenig Licht zu versorgen. Manche Modelle verfügen über gar keine Irisblende. Ihre Schwarzwerte werden beispielsweise über einen Chip reguliert.

Kontrast
Der Kontrast steht für den maximalen Helligkeitsunterschied zwischen dem dunkelsten Schwarz und dem hellsten Weiß. Ein höherer Kontrast sorgt für ein satteres Bild. Die Herstellerangaben sind dabei allerdings etwas irreführend, denn bei der Messung folgt auf ein komplett schwarzes Bild ein Weißbild. Mit einem Schachbrettmuster in Schwarz-Weiß lassen sich die Kontrastverhältnisse wirklichkeitsgetreuer nachweisen.
Als „Dynamischer Kontrast“ wird übrigens das Dimmen beziehungsweise Aufhellen der Hintergrundbeleuchtung durch LCDs bezeichnet.

Füllrate
Der schwarze Abstand zwischen den einzelnen Bildpunkten wird Fliegengittereffekt genannt. Dieser mindert die Helligkeit und den Kontrast des Bildes, weshalb der Pixelabstand immer weiter verkleinert wird. Das Verhältnis von Flächenanteil der Pixel und Gesamtfläche wird in der Füllrate angegeben.

Projektionsverhältnis
Bei der Auswahl des Projektors spielt die Relation vom Abstand zur Bildgröße eine große Rolle. Eine gewünschte Bildbreite erfordert einen bestimmten Abstand, während ein bestimmter Abstand zur Leinwand eine maximale Breite vorgibt.
Da bei der Berechnung der Bildbreite Zentimeter entscheidend sein können, empfiehlt es sich, die mögliche Bildgröße vor Ort zu kontrollieren.
Wird der Projektor auf eine kurze Brennweite eingestellt, erhält man eine optimale Lichtausbeute. Eventuell kommt es aber aufgrund der Objektivqualität zu Verzerrungen am Bildrand. Eine große Brennweite des Projektors wiederum bedeutet etwas Lichtverlust. Die Bildschärfe im Randbereich verbessert sich.

Schlusswort
Es gibt nicht den einen Beamer, der zu jedem passt. Wer sein eigenes Heimkino errichten möchte, hat eine ganze Reihe an Dingen zu beachten. Die Größe des Raumes und die Lichtverhältnisse in diesem geben viel Aufschluss darüber, was für ein Projektor erforderlich ist. Durch diese individuelle Umsetzung erhält aber auch jeder sein ganz persönliches Kino.
Bei Fragen und der Auswahl des für Sie passenden Beamers stehen wir Ihnen gern beratend zur Seite. Wir freuen uns auch, Sie in unseren Heimkino-Studios zu begrüßen, damit Sie sich einen ersten Eindruck von dem Gesamtkonzept machen können.

Update 08.12.2017:

In diesem Video, das im Rahmen unserer Heimkino-Neueröffnung entstand, erklärt Raphael Vogt Grundlegendes zum Thema Projektor-Kalibrierung:

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch

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