Neu in unserer Vorführung: Der Sony AF9 OLED-TV

Sonys erster OLED-TV, der A1, wurde im letzten Jahr aufgrund des ungewöhnlichen Designs, der beeindruckender Bildqualität und einiger interessanter, technologischer Finessen mit viel Lob bedacht; nun steht mit dem AF9 die überarbeitete Version in unserer Vorführung. Was sich im Vergleich zum Vorgängermodell verändert hat, klären wir in diesem Artikel.

Der Sony AF9 in unserer Vorführung

Design, Anschlüsse & Sound

Der Sony AF9, in den Größen 55 und 65 Zoll erhältlich, orientiert sich im Großen und Ganzen an seinem Vorgänger. Der Aluminium-Rahmen des Displays fällt sehr dezent aus, die Leuchte an der Front kann bei Bedarf abgeschaltet werden und ein auffälliges Sony Logo sucht man vergebens, sodass der Fernseher selbst im Betrieb kaum wahrnehmbar ist. Standfestigkeit erhält AF9 ebenfalls durch ein Stützelement auf der Rückseite des Panels, das bei der Wandmontage an eben diese geklappt werden kann. Während sich also auch hier das Grundprinzip nicht verändert hat, wurde das Element im Detail jedoch überarbeitet: Es steht in einem etwas spitzeren Winkel als noch beim A1 und ist zudem etwas größer geworden, da nun zwei seitlich abstrahlende Subwoofer zum Einsatz kommen, die insbesondere im Falle der Wandmontage für eine bessere Basswiedergabe sorgen. Das Stoff-Cover, das das gesamte Stützelement inklusive der Anschlüsse bedeckt, ist nun außerdem mit einer optisch ansprechenden Dreieckstruktur versehen worden und besteht aus zwei separaten Teilen.

Apropos Anschlüsse: Der AF9 hält alle Schnittstellen bereit, die man von einem aktuellen High-End TV erwarten würde (4x HDMI mit eARC, 2x Satellit, 1x Kabel, 1x Composit, 3x USB u.a. für die Festplattenaufzeichnung, WLAN und Ethernet, Bluetooth, 1x TOSLINK Audio-Out). Darüber hinaus gibt es aber noch eine echte Besonderheit: Wie schon das Vorgängermodell verfügt auch der AF9 über die Acoustic Surface Audio+ Technologie, d. h. sogenannte Aktuatoren auf der Rückseite des Panels versetzen dieses in Schwingung, um die Schallwellen zu erzeugen. Neu ist nun nicht nur die Tatsache, dass beim AF9 drei statt nur zwei Aktuatoren zum Einsatz kommen (macht zusammen mit den Subwoofern ein 3.2 Kanal-System) und die ganze Konstruktion vollständig überarbeitet wurde, sondern auch die Möglichkeit den Fernseher als Center-Lautsprecher in einem Surround-Setup zu nutzen. Dazu verfügt der AF9 ein typisches Lautsprecher-Terminal zum Anschließen eines handelsüblichen Lautsprecherkabels. Der entsprechende Betriebsmodus kann über das Menü aktiviert werden kann. Sony überrascht hier erneut mit einer interessanten Idee in Sachen Sound, die dank des wirklich guten Klanges des AF9 eine interessante Option darstellt.

Die Aktuatoren des Sony AF9 befinden sich in dem Metallgehäuse mit dem Bravia Logo

Bildqualität

Kommen wir nun zur Königsdisziplin eines jedes Fernsehers: der Bildqualität. Der Sony AF9 besitzt ein OLED-Display der aktuellsten Generation, das ein wirklich herausragendes Bild produziert und insbesondere im Zusammenspiel mit HDR-Inhalten – unterstützt werden HDR10, Dolby Vision und Hybrid Log Gamma (HLG) – ganz besonders glänzen kann. Einen nicht unerheblichen Anteil daran hat auch der von Sony gepriesene Prozessor X1 Ultimate, der für die Berechnung einer Vielzahl von Bildoptimierungsprogrammen zuständig ist. Hier sind an erster Stelle die Funktionen „Object-based Super Resolution“ und „Object-based HDR Remaster“ zu nennen, die verschiedene Bereiche und sogar einzelne Objekte in jedem Bild identifizieren, um einerseits die Detailschärfe und andererseits die Kolorierung zu optimieren. Darüber hinaus sorgt der blitzschnelle Abgleich mit großen Bilddatenbanken, die kontinuierlich erweitert werden, für eine effektive Rauschunterdrückung und eine verbesserte Berechnung von Bewegungen, Übergängen und Flächen. Davon profitieren nicht zuletzt auch gestreamte Videos von Anbietern wie Amazon und Netflix. In Kooperation mit letzterem hat Sony den sogenannten „Netflix Calibrated Mode“ entwickelt, der die über Netflix angelieferten Daten optimal reproduzieren soll.

Hervorragende Bildqualität: Der OLED-TV Sony AF9

Insgesamt spielt die Hardware auf einem so hohen Niveau, dass Sony offenbar kein Problem hat diese in die Nähe der hauseigenen Referenzmonitore für professionelle Studio-Anwendungen zu rücken. Da kein anderer Hersteller in dieser Form das gesamte Spektrum von der Kameratechnik über die Post-Produktion bis hin zu professionellen bzw. Consumer-Wiedergabesystemen abdeckt, ist das Argument jedenfalls nicht völlig aus der Luft gegriffen, dass man bei Sony ganz genau weiß, worauf es ankommt. Ganz praktisch bedeutet diese Qualifizierung für den AF9 zudem, dass eine Auto-Kalibrierung mit der professionellen CalMAN Software vorgenommen werden kann – eine Maßnahme, die erfahrungsgemäß immer noch ein Quäntchen mehr herausholt. Damit das OLED-Display auch langfristig nicht an Qualität einbüßt, erkennt der Prozessor X1 Ultimate im Übrigen statische Bilder und passt die Pixel so an, dass ein Einbrennen bestimmter Bildelemente verhindert wird.

Außerdem erwähnenswert

Darüber hinaus gibt es noch einige weitere nennenswerte Aspekte, die vor allem die Steuerung und die Kommunikation des TVs mit anderen Geräten und Plattformen betreffen. So werden Google Assistent (Sprachsteuerung), Chromecast (Streaming- und Datenaustausch-Schnittstelle) sowie der Google Play Store unterstützt und auch Amazons Alexa hält auf dem Sony AF9 Einzug. Das Betriebssystem Android TV ist mit der Version 8.0 abermals verbessert worden, sodass die Navigation durch die Menüs zügig gelingt.

Schlussgedanken

Den ganz großen Überraschungseffekt des Vorgängers A1 hat der Sony AF9 zwar nicht mehr auf seiner Seite, dafür wurde das ohnehin schon überzeugende Konzept in allen wesentlichen Aspekten verbessert. Das Ergebnis ist ein rundum gelungener High-End OLED TV, der definitiv einen Blick wert ist.

Update 30.10.2018

Wir haben Stefan zu dem neuen AF9 befragt. In unserem aktuellen Video stellt er das Top-Modell und seine Finessen noch einmal knapp vor. Dabei kann man den Fernseher in Bewegung sehen und sich von seinen beeindruckenden Bildern fesseln lassen. Viel Spaß!

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch

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