Neu bei uns: Music Hall Plattenspieler mmf 5.3 & mmf 9.3

Die Plattenspieler von Music Hall sind schon länger kein Geheimtipp mehr, vielmehr genießen sie in einschlägigen Kreisen einen hervorragenden Ruf. Deshalb freuen wir uns sehr die Geräte nun im Programm zu haben und möchten diese, ebenso wie den Hersteller selbst, an dieser Stelle näher vorstellen.

Der Music Hall mmf 5.3 in unserer Vorführung

Über Music Hall

Nach einigen eher glücklosen ersten Gehversuchen auf dem US-amerikanischen HiFi-Markt am Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre, gelingt dem gebürtigen Schotten Roy Hall durch einen mehr als glücklichen Zufall sein erster Coup: die Übernahme des US-Vertriebs für den britischen Hersteller Creek Audio. Damit ist nicht nur Halls damals durchaus fragliche Fortexistenz als Unternehmer gesichert, auch eine kühne Idee aus der Frühphase überlebt. Während alle Welt auf die neu eingeführte CD-Technologie setzt, entscheidet sich Hall Mitte der 80er dazu weiterhin auf den Vertrieb von Plattenspielern zu setzen. Damit legt er letztlich den Grundstein für seine überaus beliebten, eigenen Plattenspieler-Modelle, die allerdings viel später – erstmals 1998 – das Licht der Welt erblicken sollten.

Über 20 Jahre und einige Modellreihen später haben wir nun zwei Geräte des Music-Hall-Programms in unserer Vorführung stehen und wollen diese im Folgenden etwas genauer betrachten. Dabei halten wir uns zunächst an den mmf 5.3, der auch auf den Fotos zu sehen ist und stellen anschließend die Verbesserungen heraus, die den noch aufwändiger gefertigten mmf 9.3 auszeichnen.

Der Music Hall mmf 5.3 mit SPIT-Zargen-Konstruktion

Music Hall mmf 5.3

Beginnen wir beim Fundament und widmen uns zunächst der auffälligen SPIT-Zargen-Konstruktion (SPIT steht für Split Plinth Isolation Technology) des mmf 5.3, die aus zwei voneinander entkoppelten Platten besteht. Die untere Zarge bildet mit ihren drei höhenverstellbaren Standfüßen die Basis, an der sowohl das Terminal mit den obligatorischen Anschlüssen – Stereo-Cinch-Ausgang und Masseleitung – als auch der Motor befestigt sind. Letzterer zeichnet sich durch seine besondere Laufruhe aus, die unter anderem dadurch gewährleistet wird, dass die Versorgungsspannung mittels eines Sinusgenerators neu generiert wird und somit vom Stromnetz unabhängig ist. Um zwischen den typischen Umdrehungsgeschwindigkeiten von 33 1/3 rpm und 45 rpm zu wechseln, verfügt der Antrieb über zwei Laufrillen. Die Geschwindigkeit wird also über das manuelle Umlegen des Riemens angepasst, der flach ausgeführt ist, um eine saubere und effektive Bewegungsübertragung auf den Plattenteller zu gewährleisten.

Damit wechseln wir auf die obere Zarge der Sandwich-Konstruktion, die auf sechs Elementen aus viskoelastischem Material ruht – alle weiteren Bauteile sind nämlich auf dieser Ebene befestigt. Folgen wir dem Antriebsriemen, führt dieser zum Plattenteller bzw. im Falle des Music Hall mmf 5.3 zunächst zum darunterliegenden Subteller, der sich in einem Lager aus Sinterbronze dreht. Oben auf liegt der eigentliche Plattenteller aus gegossenem Aluminium, der ab Werk mit einer schwarzen Filzmatte und einer Plattenklemme ausgestattet ist, die die aufgelegte Schallplatte stabilisiert.

Last but not least sind natürlich der Tonarm und das Tonabnehmer-System zu erwähnen. Der konisch geformte 9-Zoll-Karbontonarm ist kardanisch gelagert, aus einem Stück gefertigt und weist eine überaus hohe Steifigkeit aus, sodass bei der Abtastung auftretende Kräfte möglichst wenig Einfluss nehmen können. Darüber hinaus lassen sich sowohl der vertikale als auch der horizontale Abtastwinkel bei Bedarf justieren. An der Headshell ist standardmäßig ein hochwertiges Ortofon 2M Blue Tonabnehmer-System vormontiert, das den außerordentlich sorgfältig konstruierten mmf 5.3 abrundet.

Der Music Hall mmf 5.3 verfügt über einen 9-Zoll-Karbontonarm mit Ortofon 2M Blue Tonabnehmer-System

Music Hall mmf 9.3

Werfen wir nun auf einen Blick auf den Music Hall mmf 9.3, der im Grunde genommen das Konzept des mmf 5.3. verfeinert und auf die Spitze treibt, um so das Maximum aus dem Medium Schallplatte herauszuholen. Zunächst wurde die Zarge um eine dritte Ebene erweitert, die mittlere Schicht dient ausschließlich als Puffer und sorgt für eine noch bessere Entkopplung der sensiblen Bauteile. An der unteren Platte, hier übrigens standardmäßig mit Spikes versehen, ist ebenfalls das Anschlussterminal sowie die elektronische Geschwindigkeitskontrolle des Motors angebracht.

Der Motor selbst ist beim mmf 9.3 allerdings vollständig ausgelagert und besteht aus zwei Teilen: einer schweren, gedämpften Basis und dem eigentlichen Motor, der nach dem oben bereits dargestellten Prinzip arbeitet, aber zusätzlich ein nettes Extra-Feature aufweist: Bis die jeweils eingestellte Drehzahl tatsächlich erreicht ist, blinkt die LED im Gehäuse des Motors und geht dann erst in den Dauerbetrieb über, um eine stabile Drehzahl zu signalisieren.

Der Plattenteller besteht aus Acryl und erlaubt das Auflegen einer Schallplatte ohne unterliegende Filzmatte. Er läuft auf einem Inverslager, d. h. die Lagerbuchse aus Sinterbronze ist hier in den Plattenteller eingearbeitet und dreht sich auf einer polierten Keramikkugel. Dementsprechend läuft der Antriebsriemen des mmf 9.3 außen um den Plattenteller herum. Um den richtigen Abstand des Motors zum Plattenteller zu bestimmen liegt übrigens eine kleine Kunststoff-Schablone bei – eine clevere Lösung.

Last but not least hat selbstverständlich auch der Tonarm ein Upgrade bekommen. Der Music Hall mmf 9.3 kommt mit einem erlesenen Goldring Eroica LX Tonabnehmer, der eine ganz hervorragende Ergänzung zur aufwändigeren Konstruktion des mmf 9.3 ist.

Ab sofort vorführbereit: Der Music Hall mmf 5.3 und der Music Hall mmf 9.3

Zum Schluss

Im Grunde genommen ist alles gesagt. Bei den Music Hall Modellen mmf 5.3 und mmf 9.3 handelt es sich um zwei herausragende Plattenspieler, die jeweils in ihrer Klasse ein absolut faires Preisleistungsverhältnis bieten. Mehr Informationen zu Roy Halls Philosophie bezüglich der Preisgestaltung gibt’s auch im oben verlinkten Interview, wir belassen es bei dem Hinweis, dass seine Ausführungen nicht ganz jugendfrei ausfallen und schließen im Hinblick auf die Plattenspieler wie folgt: Unbedingt antesten!

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch

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