Wissenswertes zu USB-Audio & ASIO

In zunehmendem Maße kommen seit geraumer Zeit bei uns und bei Kunden externe Digital-Analog-Wandler (engl. DAC = Digital-Analogue-Converter) zum Einsatz, wenn es um die Datenwandlung digitaler Stereo-Musiksignale in diskrete Ströme und Spannungen per USB geht. Ein Großteil der bei Hifi im Hinterhof angebotenen externen DACs sind per USB ansteuerbar und bieten Auflösungen / Abtastraten von bis zu 24 bzw. 32-Bit / 192kHz. Um das Potential auszuschöpfen, das asynchrones USB-Audio 2.0 prinzipiell liefert, ist es typischerweise notwendig, die sog. Kernel-Treiber von Microsoft Windows Betriebssystemen durch proprietäre Treiber zu ersetzen. Geräte des Herstellers Apple, die mit Betriebssystemversionen ≥10.5.x betrieben werden und zugleich mit USB 2.0-Schnittstellen ausgestattet sind, benötigen keine weiteren Treiber, um hochauflösendes Audio per externem USB-DAC wiederzugeben.

Der Komplettheit und Korrektheit halber sei erwähnt, dass Teile der nachfolgenden Information unter Einbezugnahme von Informationen erfolgt, die der Hersteller Cambridge Audio seinen Kunden zur Verfügung stellt.

USB-Audio Klasse 1 & Klasse 2

USB-Audio Klasse 1 war die erste im Rahmen von Windows® eingeführte USB-Audio Klasse. Durch Herstellen eines mit dem Windows Driver Model l kompatiblen Geräts können Audio-Daten mit bis zu 24 Bit/ 96 kHz Abtastfrequenz per USB übertragen werden. Dieser Modus wird oftmals von Versionen von Linux und Mac OSX vor 10.5 (Leopard) unterstützt. USB Audio Klasse 1 funktioniert mit größerer Wahrscheinlichkeit mit älteren Rechnern und solchen, die mit dem langsameren USB 1.1 kompatibel sind.

USB-Audio Klasse 2 ist eine jüngere Entwicklung, die die Übertragung höherer Datenraten über USB gestattet. Die höchste von USB-Audio Klasse 2 unterstützte Datenrate beträgt mit 24-Bit/192 kHz das Doppelte von Klasse 1.

ASIO (Audio Stream Input/Output)

ASIO stellt eine  Methode für die Audio-Übertragung im Rahmen eines PCs dar. ASIO ist ursprünglich eine Entwicklung der Firma Steinberg in Hamburg und zielt darauf ab, einen Teil des üblichen Audio-Pfades von der Wiedergabe-Applikation durch das Windows-Audiosystem (einschl. Kernel-Mixer und die dadurch bewirkte Verzerrung und erhöhte Latenz) zu umgehen. Das Ergebnis ist ein direkter Pfad z.B. zum USB-DAC Ihrer Wahl mit einem bit-perfekten Audio-Strom niedriger Latenz von Audio-Material bis zu 24 Bit/192 kHz ohne Beeinträchtigung der Abtastrate. Um ASIO verwenden zu können, erfordert der verwendete Medienplayer eine Ausgangssignal-Erweiterung (Plug-in). ASIO kann nur im USB-Audio-Modus Klasse 2 verwendet werden.

Soweit so gut. Viele Soundkarten-Hersteller (insbesondere jene, die etabliert sind) liefern zu ihren Produkten ASIO-Treiber: ALTERNATE, ASUS, Atelco, ADI Sound, AOpen, Arowana, Aureal Aztech, Audiotrak, Alesis, Auzentech, Boeder, Behringer, Club 3D, C-Media, Creative Labs, Digidesign, Echo Audio, Edirol, E-MU Systems, ESI Audiotechnik, Ensoniq, ESS Tech, Gravis, Guillemot, Hercules, LogiLink, Line 6, MARIAN, M-Audio, MOTU, Native Instruments, Nvidia, Philips, RME-Audio, TerraTec, Realtek, Thomann, Tascam, Trust, VIA Technologies, Videologic, Yamaha u.a.

In jenen Fällen, in denen ausschließlich WDM-Treiber vorhanden sind (Windows Driver Model), ist es sinnvoll, z.B. auf den frei verfügbaren ASIO4ALL-Treiber von Michael Tippach zurück zu greifen. Er ist unter http://www.asio4all.com/ kostenlos erhältlich. Wir empfehlen, zunächst  auf beta-Versionen des ASIO-Treibers zu verzichten. Der Treiber läßt sich problemlos installieren. Die in deutscher Sprache verfügbare Anleitung erklärt das Installationsprozedere und weist auf sämtliche Einstellmöglichkeiten des Treibers hin.