Umstieg auf DVB-T2 – Das Ende für DVB-T kommt voraussichtlich Ende 2018

Seit Februar dieses Jahres ist die Zukunft des terrestrischen Fernsehens beschlossene Sache. Da die Bundesregierung plant das bisher für die DVB-T Übertragung genutzte 700 MHz Frequenzband zukünftig für den Ausbau des mobilen Breitband-Internets zu reservieren, weicht das digitale Antennenfernsehen in den Bereich zwischen 470 MHz und 690 MHz und erhält im Zuge dessen ein Update. Was der neue DVB-T2 Standard bringt und worauf es zu achten gilt, haben wir es in diesem Artikel zusammengefasst.

Das DVB-T2-HD-Logo

DVB-T Nutzung in Deutschland

Obwohl über Kabel und Satellit deutlich umfangreichere Programmpakete verfügbar sind und aktuelle Fernseher darüber hinaus inzwischen viele alternative Zuspieloptionen bieten, erfreut sich das terrestrische Fernsehen in Deutschland nach wie vor großer Beliebtheit. Der seit 2005 jährlich herausgegebene Digitalisierungsbericht beziffert die Anzahl der TV-Haushalte, die TV-Programm auf einem beliebigen Endgerät (Fernseher, Computer, Laptop, Tablet, etc.) über DVB-T empfangen, für das Jahr 2014 mit immerhin 7,5 Millionen – das entspricht einem Gesamtanteil von 18,8 %. Entsprechend viele Zuschauer sind von der Einführung des DVB-T2 Standards betroffen und müssen sich im Laufe der kommenden Jahre auf einige Veränderungen einstellen.

Wechsel soll bis Ende 2018 erfolgen

Die Verantwortlichen wünschen sich einen möglichst schnellen Wechsel und eine dementsprechend kurze Übergangszeit. Momentan befindet sich DVB-T2 zwar noch in der Erprobungsphase und steht nur wenigen Teilnehmern im Rahmen von Pilotprojekten zur Verfügung, die Fußball Europameisterschaft im Sommer 2016 könnte aber bereits in den größten DVB-T Regionen Deutschlands parallel auch via DVB-T2 ausgestrahlt werden. Für 2017 ist die Einführung sämtlicher öffentlich-rechtlicher und privater Programme auf den neuen Frequenzen geplant, sodass die Abschaltung des alten DVB-T voraussichtlich Ende 2018 erfolgen kann. Spätestens ab diesem Zeitpunkt wird für den terrestrischen Empfang ein DVB-T2 fähiges Endgerät benötigt. Alte Empfänger sind aufgrund der fehlenden Abwärtskompatibilität dann nicht mehr zu gebrauchen.

Wenn Sie sich schon frühzeitig nach DVB-T2 kompatiblen Geräten umsehen, müssen Sie Folgendes beachten: In Deutschland werden die Signale in Zukunft mit dem HVEC/H.265 Codec komprimiert, während andere Länder auf den älteren H.264 Standard setzen. Es kann also durchaus sein, dass ein Gerät zwar DVB-T2 (mit H.264) unterstützt, jedoch HVEC/H.265 kodierte Signale nicht entschlüsseln kann und somit in Deutschland nicht funktioniert. Als Orientierungshilfe wurde kürzlich das oben abgebildete Logo eingeführt, dass die Kompatibilität mit den in Deutschland geltenden Voraussetzungen zertifiziert. Im Zweifelsfall sprechen Sie uns an. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Ausstrahlung in HD – Einige Sender möglicherweise verschlüsselt

Durch die Einführung von DVB-T2 besteht endlich die Möglichkeit TV-Sender auch in HD-Qualität (bis 1080p) via Antenne zu empfangen. Während dieses Upgrade bei den öffentlich-rechtlichen Sendern durch die Rundfunkgebühren abgegolten ist und diese bereits zugesichert haben ihr Programm auch in Zukunft unverschlüsselt zu übertragen, erwägen einige Privatsender von der implementierten Verschlüsselungstechnologie Gebrauch machen und ihre Programme in Zukunft nur noch gegen Bezahlung anzubieten. Welche Sender das tatsächlich betrifft und wie hoch die Gebühren genau ausfallen, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht absehen. Angekündigt wurden lediglich eine kostenlose Testphase zum Start von DVB-T2 sowie eine im Anschluss fällige, einstellige Monatsgebühr. Sobald weitere Details veröffentlicht werden, reichen wir sie an dieser Stelle natürlich nach.

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