Sony Bravia A1: Die ersten OLED TVs von Sony

Sony wagt sich dieses Jahr mit den beiden neuen TV-Modellen KD-55A1 und KD-65A1 in mehrfacherer Hinsicht auf neues Terrain. Nicht nur handelt es sich um die ersten ausgewachsenen OLED TVs des japanischen Herstellers – tatsächlich gab es bereits 2009 mit dem XEL-1 einen Sony OLED TV im sehr kompakten 11 Zoll Format –, auch im Hinblick auf das Design- und Soundkonzept wurde experimentiert. Ob sich das Ergebnis sehen (und hören) lassen kann, wollen wir in unserem Bericht klären.

Äußerlichkeiten & Anschlüsse

Widmen wir uns zunächst dem in mehrfacher Hinsicht bemerkenswerten Design der Sony Bravia A1 Modelle, das sich vor allem durch die Abwesenheit verschiedener Elemente auszeichnet, die man üblicherweise erwarten würde: Kein Standfuß, keine integrierten Lautsprecher und keine Soundbar lenken vom Bildschirm ab, kein Sony Logo (dieses ist lediglich dezent am linken unteren Rand platziert worden) und keine Statusleuchte (lässt sich deaktivieren) ziehen unnötig Blicke auf – Sony meint es also erst mit dem absoluten Fokus auf das Bild. Und das kann sich durchaus sehen lassen.

Doch bevor wir uns den Darstellungsqualitäten zuwenden, schauen wir zuerst auf die Rückseite: Dort befindet sich der Standfuß, verläuft schräg zum Display und schließt mit diesem auf der bevorzugten Abstellfläche bündig ab. Am unteren Ende der mit Gewebe bespannten Abdeckung befinden sich die Anschlüsse – so wird eine unauffällige und geordnete Kabelführung gewährleistet. Im Einzelnen verfügen die Geräte über: 4x HMDI (2x 4K HDR fähig, 1x ARC), 1x Triple Tuner, 2x USB (und 1x seitlich am TV), Ethernet-Buchse (und WLAN), 1x AV In (analoger Combo-Port), 1x 3,5 mm Audio-/Subwoofer-Out, 1x optischer Audio-Out. Damit sollten im Grunde keine Wünsche offen bleiben.

Weiterhin ist es natürlich möglich die Sony A1 TVs an der Wand zu montieren. Die Aufhängung erfolgt ebenfalls am Standfuß, der zuvor natürlich an die Rückseite des Panels geklappt wird. Für welche Variante man sich letztlich auch entscheidet, Bedenken hinsichtlich der Stabilität sind unbegründet. Insbesondere aufgestellt wirkt die Konstruktion zwar auf ersten Blick ungewöhnlich, ein zusätzliches Gewicht am Fuß und eine von dort zum Display-Rücken verlaufende Metallstrebe sorgen für ausreichend Standfestigkeit.

OLED-Display & 4K HDR

Kommen wir damit zum eigentlichen Highlight der neuen Serie: dem OLED-Display. Nachdem sich LG hier in den letzten Jahren als führender Produzent etabliert hat, wundert es kaum, dass Sony auf die Technologie des Konkurrenten zurückgreift. Verbaut werden die aktuellen 2017er Displays, eine optimierte Version des Vorjahresmodells. Es ergeben sich natürlich zunächst die üblichen Vorteile gegenüber LCD/LED-Panels – durch die pixelgenaue Steuerung ergeben sich fantastische Schwarzwerte, satte Kontraste und intensive Farben.

Jedoch hängt die finale Bildqualität keineswegs vom Panel allein ab, auch die im Hintergrund arbeitenden Bildverarbeitungs- und Optimierungstechnologien spielen eine nicht zu unterschätzende Rolle. Hier setzt Sony voll und ganz auf eigene Errungenschaften, die dank des 4K HDR X1 Extreme Prozessors mit mehr als ausreichend Ressourcen operieren. Besonders hervorzuheben sind hier drei Technologien. Die objektbasierte HDR-Überarbeitung analysiert Material, das nicht in HDR Auflösung vorliegt, nicht als Ganzes, sondern identifiziert zusammengehörende Bildelemente, um diese dann separat zu optimieren. Im Gegensatz zu einer allgemeinen Farb- oder Helligkeitskorrektur, lassen sich so deutlich differenziertere Ergebnisse erzielen. Darüber hinaus verfeinert das Super Bit Mapping die im Videosignal kodierten Farbabstufungen. Herkömmliche 8 Bit- sowie 10 Bit-HDR-Signale werden zergliedert und auf 14 Bit hochgerechnet. Außerdem setzt Sony bei der Bildoptimierung auf umfangreiche Bilddatenbanken. So werden die Daten des aktuell dargestellten Bildes mit passenden Informationen aus Sonys Datenbanken verglichen und auf dieser Grundlage einerseits vorhandenes Bildrauschen effektiv unterdrückt und andererseits die Detaildarstellung optimiert. Ergänzend sei zudem an dieser Stelle auch der Motion Flow Algorithmus erwähnt, der mit ein bisschen manuellem Fein-Tuning sehr gute Ergebnisse liefert.

Noch ein Wort zur HDR-Wiedergabe: HDR kommt auf OLED TVs in der Regel sehr gut zur Geltung. Die Sony TVs machen hier keine Ausnahme und präsentieren Signale mit erweitertem Dynamikumfang in betörender Qualität. Es wird zwar vorerst lediglich der am weitesten verbreitet HDR10 Standard unterstützt, der üblicherweise auf Ultra HD Blu-rays zum Einsatz kommt. Die beiden Alternativen Dolby Vision und HLG (Hybrid Log Gamma) sollen aber per Firmware Update nachgereicht werden.

Sound – Acoustic Surface

Zwei Details auf der Rückseite der Bravia A1 TVs haben wir bis hierher unterschlagen, da diese noch einmal besondere Aufmerksamkeit verdienen. Hier ist zuerst das horizontal verlaufende Bauelement in den Blick zu nehmen, das sich direkt an der Displayrückseite befindet. Dieses beherbergt links und rechts jeweils zwei sogenannte Aktuatoren, die tatsächlich das OLED-Display selbst in Schwingung versetzen und dieses somit in ein großes Hoch-/Mittelton-Stereo-System verwandeln. Möglich wird dies durch die Flexibilität des OLED-Panels – mit deinem LCD-/LED-Bildschirm wäre ein solches Soundkonzept nicht zu realisieren. Im oberen Teil des Fußes wurde zusätzlich ein Subwoofer eingebaut, der dem Klang mehr Tiefgang verleiht. Wie bei allen anderen Fernsehern reicht der Sound natürlich nicht an ein externes Soundsystem heran, allerdings kommt man kaum umhin vor den Ingenieuren den Hut zu ziehen: Der Klang ist gut und das Konzept im TV-Bereich eine gelungene Innovation.

Software

Abschließend seien noch ein paar Worte zur Software gesagt. Sony setzt weiterhin auf Android als Betriebssystem und dementsprechend sind Funktionen wie die Sprachsteuerung und das Spiegeln von Mobilgeräten auf dem Fernseher via Chromecast und natürlich der Google Play Store implementiert. Weiterhin wurden selbstverständlich diverse Streaming-Anbieter wie Netflix, Amazon Video, Maxdome und Spotify integriert und auch via Bluetooth kommunizieren die Sony Bravia A1 TVs. Das Menü entspricht dem aktuell bekannten Stand der anderen Sony TV Geräte und lässt sich über eine klassische Fernbedienung mit 10er Block steuern. Über diese lassen sich dank Doppel-Tuner auch Aufnahmen programmieren, die parallel zum laufenden Bild auf einem externen Massenspeicher hinterlegt werden.

Schlussgedanken

Bei den beiden Sony Modellen KD-55A1 und KD-65A1 handelt es sich um hervorragende OLED-Fernseher, die der Konkurrenz von LG auf jeden Fall das Wasser reichen können. Die Designer und Ingenieure haben außerdem ganze Arbeit geleistet und optisch außergewöhnliche TV-Geräte kreiert, die zudem mit einem interessanten und klanglich guten Soundkonzept aufwarten. Hier lohnt es sich genauer hinzuschauen!

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch

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