Roon Labs – Der Komplettservice für HiFi-Streaming

Software zum Verwalten und Abspielen von Musik gibt es inzwischen von zahlreichen Anbietern. In abgewandelter Form ist ihnen allen die übliche Darstellung von Alben, Künstlern und Musiktiteln gemein. Mit schicker Benutzeroberfläche und zahlreichen zusätzlichen Anzeigemöglichkeiten wirbelt nun der Musik Player von Roon den Markt auf. Der Anbieter nimmt Abstand von der herkömmlichen, tabellarischen Ansicht. Stattdessen werden die einzelnen Elemente wie Interpret, Genre oder Bilder miteinander verknüpft, was eine individuelle Navigation gewährleitet. Was Roon außerdem mitbringt schauen wir uns nachfolgend an.

Hinter Roon stecken die ehemaligen Entwickler von Sooloos. Dabei handelte es sich um ein audiophiles Musik-Serversystem, welches später von Meridian übernommen wurde und noch heute unter dem Namen Meridian Control 15 erhältlich ist. Roon Labs bietet nun die überholte Version davon als Software-Lösung an.
Bei Roon gibt es zwei Möglichkeiten der Mitgliedschaft: Die jährliche Mitgliedschaft (Annual Membership), die auch als Probedurchlauf angesehen werden kann und die lebenslange Mitgliedschaft (Lifetime Membership). Von der Annual Membership können Kunden jederzeit in die Lifetime Membership wechseln. Ungenutzte Monate werden dann erstattet. Ebenso lässt sich dieses Abonnement natürlich auch kündigen.

Anwendungsgebiet

Es ist gar nicht so leicht, den Überblick über die große Anzahl an Programmen zu behalten, die Anwendern zum Verwalten und Abspielen von Musik zur Verfügung stehen. Roon beansprucht für sich all diese Lösungen zu einen. Daher arbeitet bereits eine Vielzahl an Herstellern (wie Auralic, Bluesound, Bowers & Wilkins, Naim, Oppo und viele mehr) mit Roon zusammen, sodass die High-Resolution Streaming-Technologie in zahlreichen Geräten integriert ist, wie man es auch von anderen Streamingportalen kennt. Darunter zählen Netzwerkplayer sowie DACs und natürlich läuft Roon auf den gebräuchlichen Systemen und Gerätschaften: Windows PC, Mac, Android-Geräte, Apple iPad und iPhone. Auch an einer Linux-Version wird gearbeitet.
Die gängigen HD-Formate wie FLAC, WAV und ALAC (bis 24 Bit/384 kHz) werden von Roon bedient und ebenso spielt die Software das Format DSD ab.

Technische Grundlagen

Das Herzstück des Roon-Systems ist ein zentraler Media Server. Dieser wird Core genannt und seine Aufgabe ist es, die Musiksammlung des Anwenders zu verwalten. Über das Internet wird diese mit weiteren Daten gefüttert, um die digitale Musik-Bibliothek zu vervollständigen. Der Core wird auf einem Windows PC oder Mac installiert.

Die Audiodateien werden vom Media Renderer beziehungsweise dem Output empfangen und in einen digitalen Datenstrom umgewandelt, bevor dieser von einem Digital-/Analogwandler weiterverarbeitet wird. Roon ist als ein Multi-Room-System konzipiert und die Netzwerkverknüpfung erfolgt über das eigene Streaming-Protokoll RAAT (Roon Advanced Audio Transport).

Interface

Das User-Interface wird auch Control App oder Roon Remote genannt. Der bereits erwähnte Core lässt sich mit beliebig vielen Control Apps verbinden. Diese wiederum basieren auf einem einheitlichen Programmcode, der unabhängig vom Gerät ist. Das bedeutet, dass die Benutzeroberfläche eine gewisse Unabhängigkeit hat, weil sie durch das gleiche Aussehen auf unterschiedlichen Geräten gleich bedienbar ist.

Beim Start der Bedienoberfläche werden die vorhandenen Alben, Titel, Künstler, Lyrics, Biografien und Bilder angezeigt, die auf dem Computer oder einem externen Speichermedium vorhanden sind. Über das Auswahlmenü werden diese vielfältig gefiltert. So lässt sich beispielsweise auch nach musikalischen Formen wie Arien und Balladen oder Schaffensperioden sortieren.
Nach dem Klick auf einen bestimmten Künstler werden dem Nutzer Zusatzinformationen wie die Biographie, Songtexte und mögliche Konzerte in der Nähe angezeigt. Eingespeist werden diese Daten aus All Music Guide, Gracenote, Musicbrainz, Rovi sowie Songkick.

Übrigens: Wird Roon mit Tidal verknüpft, werden fehlende Titel in der eigenen Bibliothek durch diesen Anbieter ergänzt. Somit lässt sich die eigene Wiedergabeliste komplettieren. Ein Tidal Abonnement ist dabei natürlich die entscheidende Voraussetzung.

Basierend auf dem persönlichen Musikgeschmack entwickelt das User-Interface ein Empfehlungssystem, das neue Künstler-Verknüpfungen herstellt und somit den eigenen musikalischen Horizont erweitert.

Fazit

In Bedienbarkeit und Optik ist Roon anderen Programmen und Streaming-Lösungen Schritte voraus, weil es einen einheitlichen Standard mit sich bringt. Das große Plus an Roon Labs ist dabei selbstverständlich die saubere und anschauliche Aufbereitung der eigenen Musiksammlung. Roon lässt sich in der Demo-Version für zwei Wochen testen, was ausreichend Zeit gibt, um einen Eindruck von diesem Anbieter zu gewinnen. Vor allem wird sich dabei zeigen, dass Roon einfach und intuitiv zu bedienen ist. Die Oberfläche ist herstellerübergreifend und lässt sich leicht in den Haushalt integrieren.

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch

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