Neue High-End Soundbar: Yamaha YSP-5600 mit Dolby Atmos Unterstützung

Nachdem es aus unserer Perspektive beim Thema Soundbars in letzter Zeit kaum nennenswerte Neuerungen gab, sorgt Yamaha nun mit der neuen YSP-5600 für frische Impulse in diesem Produktsegment. Umso mehr freuen wir uns die neue High-End Soundbar bei der Langen Nacht der Ohren 2015 zeigen zu können und nutzen die Gelegenheit für eine kleine Vorschau.

yamaha-ysp-5600-front

Sechsundvierzig Lautsprecher

Wird man zum ersten Mal mit der Tatsache konfrontiert, dass die YSP-5600 mit sage und schreibe 46 Lautsprechern inklusive separater Verstärkerstufen ausgestattet ist, könnte man meinen, die verantwortlichen Ingenieure wären das Projekt unter dem Motto „Viel hilft viel!“ angegangen, gleichzeitig scheint es jedoch vermessen anzunehmen, ein so erfahrener Hersteller wie Yamaha würde dieses Konzept ohne guten Grund entwerfen. Und so stellt sich bei näherer Betrachtung die Einsicht ein, dass dieses äußerst ausgeklügelte und präzise abgestimmte Lautsprecher-Arrangement wohl offenbar notwendig ist, um das durchaus kühne Versprechen einzulösen, für das die YSP-5600 steht: Die Wiedergabe von bis zu 7.1.2 Kanälen oder anders ausgedrückt die adäquate Darstellung einer vollständigen 3D-Surround Mischung, selbstverständlich inklusive der speziellen Höhensignale.

Um den entsprechenden Effekt zu erzielen, befinden sich an den Außenseiten der Soundbar jeweils sechs nach oben gerichtete Lautsprecher, die die dafür vorgesehenen Signale in Richtung Decke abstrahlen, während 32 über die gesamte Fläche verteilte Treiber durch exaktes Ineinandergreifen die klassischen Surroundkanäle abbilden. Zwei Tieftöner, die für einen noch überzeugenderen Bass um den Wireless-Subwoofer SWK-W16 ergänzt werden können, komplettieren schließlich das System. Zurecht legt Yamaha großen Wert auf die Tatsache, dass der entstehende Surround-Mix nicht wie bei einigen anderen Soundbars ausschließlich virtuell erzeugt und dann über ein Stereo-Setup ausgegeben wird, sondern tatsächlich durch das gezielte Verteilen und Verzögern der einzelnen Surround-Signale unter Einbeziehung der Raumreflexionen entsteht. Einzig bei der Nutzung der maximalen Kanalanzahl (7.1.2) werden die Informationen der beiden mittleren Surroundkanäle anteilig auf die Front- und Back-Surroundkanäle gemischt (in der Grafik weiter unten grün markiert).

yamaha-ysp-5600-mixed

Die Verteilung sämtlicher Signale auf das komplexe Lautsprecher-System erfolgt mittels des integrierten DSP. Grundsätzlich stehen vier verschiedene Betriebsmodi zur Verfügung: „3D Surround“ für die Wiedergabe von Dolby Atmos (und DTS:X) Signalen, „Surround“ für normale Surround-Mischungen ohne Höheninformationen, „Stereo“ für eine herkömmliche Stereowiedergabe und „Target“ für störungsarmen (Mono-)Betrieb zu später Stunde mit einer sehr gezielten Ausrichtung des Schalls ausschließlich auf die Hörposition. Darüber hinaus lassen sich optional eine Reihe von Presets zur weiteren Beeinflussung des Gesamtklangs aktivieren, wenn sich die YSP-5600 in einem der beiden Surround-Modi befindet. Diese gliedern sich in die drei Kategorien „Movie“, „Music“ und „Entertainment“. Zudem ermöglicht Yamaha dem Kunden eine noch weitreichendere Konfiguration der YSP-5600 entsprechend der gegebenen Raumsituation, die sowohl manuell als auch automatisch mithilfe des beiliegenden IntelliBeam-Mikrofons erfolgen kann und unter anderem die Anpassung der Abstrahlwinkel mit einschließt.

yamaha-ysp-5600-7.1.2-graphic

Gute Verbindungen

Neben dem durchdachten Lautsprecher- und DSP-Konzept ist auch die sonstige Ausstattung der YSP-5600 Soundbar bemerkenswert umfangreich. Das Anschlussfeld umfasst zunächst vier HDMI 2.0 Eingänge sowie einen HDMI 2.0 Ausgang, die allesamt HDCP 2.2 kompatibel sind und 4K-Material mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde weiterleiten (4K-Pass-Through). Hinzu kommen Anschlussbuchsen für einen Subwoofer, ein analoger Cinch-, ein digitaler Coaxial- sowie zwei optische TOSLINK-Eingänge. Weiterhin verfügt die YSP-5600 über jeweils einen IR-In und IR-Out, eine RS-232C Schnittstelle, einen USB-Port zur Installation von Firmware-Updates, den obligatorischen Netzkabelanschluss und eine Ethernet-Buchse, um die Soundbar in das heimische Netzwerk einzubinden. So besteht einerseits die Möglichkeit auf das Angebot verschiedener Streaming-Dienste (Spotify, Napster, Juke) und Internetradios zuzugreifen, während andererseits lokal gespeicherte Medien zum Beispiel über Apple AirPlay, das weit verbreitete DLNA-Protokoll oder im Verbund mit anderen Yamaha Geräten via MusicCast auf die YSP-5600 gestreamt werden können. Alternativ zur kabelgebundenen Variante lässt sich die Netzwerkintegration dank des eingebauten WLAN-Moduls auch drahtlos realisieren. Besteht keine Netzwerkverbindung kommuniziert die Yamaha Soundbar wahlweise auch über den Kurzstrecken-Funkstandard Bluetooth.

yamaha-ysp-5600-connections

In Anbetracht der vielfältigen Netzwerkfunktionen ist es kaum verwunderlich, dass sich die YSP-5600 nicht nur mit der im Lieferumfang enthaltenen und im Übrigen sehr übersichtlich gestalteten Fernbedienung, sondern auch via Smartphone oder Tablet steuern lässt. Zu diesem Zweck steht für Android und iOS Geräte die „Yamaha Home Theater Controller“ App in den entsprechenden Stores zum kostenlosen Download bereit. Der Funktionsumfang ist dankenswerterweise sehr üppig ausgefallen, sodass neben der Auswahl der Quellen oder dem Wechsel der oben beschriebenen Wiedergabemodi auch diverse Detail-Einstellungen inklusive der vollständigen Raumanpassung direkt von der Hörposition aus vorgenommen werden können.

yamaha-home-theater-controller

Unser Eindruck

Mit seinem beeindruckenden Arrangement, bestehend aus nicht weniger als 46 einzeln angetriebenen Lautsprechern, der umfassenden Unterstützung der meisten relevanten Standards sowie den vielfältigen Anschluss- und tiefgreifenden Einstellungs-möglichkeiten hinterlässt Yamahas neue High-End Soundbar einen außerordentlich vielversprechenden Eindruck. Wie bereits eingangs erwähnt wird die YSP-5600 im Rahmen der Langen Nacht der Ohren erstmals bei uns zu hören und danach in Kürze auch regulär verfügbar sein.

Hier finden Sie auch eine Videovorstellung der Yamaha YSP-5600.

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch

Kommentare (8) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,

    kann die YSP-5600 hochauflösende Audio- und Surround-Formate wiedergeben
    wie z.B. Apple Lossless und True HD?

  2. Hallo Constantin,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Ja, die YSP-5600 beherrscht unter anderem ALAC (Apple Lossless) bis 96 kHz, WAV und FLAC bis 192 kHz und auch Dolby TrueHD.

    Viele Grüße
    Florian

  3. Hallo, wenn der Preis keine Rolle spielt, empfehlen Sie die Yamah YSP 5600 oder B&W Panorama 2 ? Die Soundbar wird zu 95% nur für Filme verwendet. Bedanke mich im Voraus

  4. Hallo Volkan, vielen Dank für deine Frage – die man objektiv wirklich schwer beantworten kann. Die Panorama liefert sehr guten Sound auch ohne den externen Subwoofer. Die Yamaha ist ebenfalls sehr gut und bietet die modernere Ausstattung, auf der anderen Seite ist die Zahl der Dolby Atmos Veröffentlichungen aktuell noch recht überschaubar. Ob das ein wichtiges Argument für dich ist, musst du selbst entscheiden. Mir persönlich gefällt die Panorama 2 besser, es gibt aber auch Kollegen die etwas anderes sagen würden. Geschmackssache. Die Empfehlung daher: Wenn möglich einfach mal beide Soundbars hören und dann selbst entscheiden.

    Viele Grüße
    Jean

  5. Mich wundert, das der YSP-5600 keinen APT-X Decoder bei Bluetooth unterstützt.
    Der kleinere YSP-2500 bietet das.
    Muss ich das verstehen?
    Kann der YSP-5600 eigentlich Firmware-Update über LAN?

    (Ich nutze seit Jahren einen YSP-2200 z.Zt. mit einem LG OLED 55″ und bin sehr zufrieden)

  6. Hallo Martin,

    vielen Dank für deinen Kommentar! Warum das so ist, kann wohl nur Yamaha beantworten. Das Firmware Update ist bei der Yamaha YSP-5600 über das Netzwerk möglich.

    Viele Grüße,
    Florian

  7. ich habe einen Beamer und eben einen LCD an meinem aktuellen Receiver .
    Da der YSP nur einen out hat, muss ich jedesmal umstöpseln wenn ich statt am TV über Bemaer gucken will ?

  8. Hallo Thorsten,

    vielen Dank für deine Frage. Es gibt für solche Fälle HDMI-Splitter. Die kosten nicht die Welt und ersparen das ständige Umstecken.

    Viele Grüße
    Florian

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.