Nachlese Lange Nacht der Ohren 2013

LNDO_2013_09

Und schon ist sie eine Sache der Vergangenheit, die Lange Nacht der Ohren am 2. November 2013. Unsere Besucher und wir empfanden den Abend als sehr gelungen und führen dies auf ein ansprechendes und zeitgemäßes Informations-Angebot, die guten Präsentationen der „Gast-Dozenten“ und selbstverständlich auf Sie, die wissbegierigen, interessierten und auch wiederkehrenden Besucher zurück. Na gut, und auch auf uns selbst …

Erfreulich war unter vielem anderen, dass sich unsere Gäste angenehm gleichmäßig auf die verschiedenen Studios verteilten, so dass sich ein geschmeidiger Ablauf ergab und es nur vereinzelt zu Wartezeiten kam. Des weiteren war der hohe Anteil an weiblicher Kundschaft im Vergleich zu Vorjahren deutlich wahr zu nehmen.

Machen wir den Anfang mit der Präsentation von bzw. mit Audioquest, vertreten durch Richard Drees, unten im Bild mittig-rechts stehend zu erkennen. Hier wurde es eindrucksvoll hör- und somit erfahrbar gemacht, dass unterschiedliche Netzwerkkabel in der Tat auch unterschiedliche klangliche Auswirkung haben können — ein intelligent und mit Qualitätskomponenten aufgebautes Netzwerk und das entsprechend hoch auflösende Musikmaterial voraus setzend.

Das Setup einbezog ein Apple Airport Extreme, eine NAS, einen Netgear Switch (Vollmetallgehäuse zwecks deutlich besserer Schirmung), einen Pioneer N-50 Netzwerk-Audio-Spieler, ein Marantz Vollverstärker und schließlich als Speaker ein Paar Dali Epicon 2, die per Audioquest Rocket 44 Kontakt aufnahmen. Wir entschlossen uns für den N-50, da dieser im Vergleich zu Geräten anderer Hersteller besonders zügig und zuverlässig auf Abziehen und Ankabeln des Netzwerk-Steckers  reagiert und sich mit dem Netzwerk schnell neu synchronisiert.

Die Netzwerk-Verkabelung erfolgte zunächst komplett mit gängigem, ungeschirmtem CAT-5-Kabel. Sukzessive wurden Audioquests CAT700 Forest Meterware verwendet, dann konfektionierte Cinnamon, Vodka und Diamond gleicher Länge. Es ist notwendig zu erwähnen, dass SÄMTLICHE Kabel getauscht werden; Also einschließlich jene zwischen Router und Switch und NAS und Switch. Es stellte sich heraus, dass im Publikum sich der ein und andere Fernmelde-Elektroniker befand. Eine Berufs-Spezies, die erfahrungsgemäß und tendenziell skeptisch und per se die Argumentation ablehnen, dass Kabel Klangunterschiede herbeiführen können; und Ethernet-Kabel schon mal gar nicht.

Umso größer war dann schließlich die Verwunderung über die wahr genommenen klanglichen Unterschiede von unterschiedlichen Netzwerkkabeln. Die Zuhörer waren gleichermaßen zutiefst zu beeindruckt von dem Phänomen und es traten viele Fragen auf. Wir werden diese Fragen in diesem Rahmen des Blogs zunächst nicht weiter erörtern. Eines ist jedoch eindeutig und wurde von einem Kollegen daheim geprüft und dann bestätigt: Ein kompletter Austausch vorhandener Netzwerkkabel gegen solche, die z.B. einseitig geschirmt sind, Massivleiter aus Reinkupfer oder Silber einsetzen und mit Qualitäts-Steckern bzw. -Kontakten ausgestattet sind, führen zu einem veränderten — stimmigeren — Klangbild.

Auch für uns war diese Erfahrung erneut erstaunlich, denn bei dieser immer mal wieder heiß diskutierten Thematik trennen sich schon mal gern Ratio und Gefühl. So oder so, angeregt durch die Erfahrungen der LNDO am 2. November ziehen wir es in Betracht, unseren interessierten Kunden ein Ausleih-Paket aus Switch und Ethernet-Kabeln zu schnüren, das ausgeliehen werden kann, um daheim den Test emulieren zu können.

Jo Thiel von Audioquest erläutert das Thema Netzwerkkabel

Richard Drees von Audioquest erläutert das Thema Netzwerkkabel

In dem von uns als Studio 2 bezeichneten Raum agierte unser Frank Wollsiefen (nicht im Bild). Er stellte den Besuchern u.a. die Monitor Audio Silver 8 und Silver 10 im Direktvergleich vor (siehe Bild unten) und stand mit Rat und Tat den Besuchern bei Fragen zur Verfügung.

Im Studio 2: Monitor Audio Silver 8 und 10 im Vergleich

Im Studio 2: Monitor Audio Silver 8 und 10 im Vergleich

Etwas versteckt und am Ursprungsort von Hifi im Hinterhof — im Gartenstudio — agierte Dirk Witulski, eigentlich unser Werkstatt-Mastermind. Im Heimkino-Studio wurde unseren Besuchern Video und zugleich Audio feineren Kalibers präsentiert: Über eine Kette aus B&W 802 Diamond, angetrieben über Mark Levinson No. 532, B&W HTM4 Center-Speaker und B&W Wand-Einbau-Lautsprecher, Marantz AV8801, Marantz MM8077. Als Zuspieler diente ein Mozaex Solo 2 (2TB Platte). Ein Sony VPL-VW1000 ES 4K Projektor warf die Bilder auf eine Visivo Leinwand.

Die Gäste wurden vornehmlich mittels Live-Musik-Videos von Police, Adele und Brian Ferry und vor allem mit  The Art of Flight bestens unterhalten. Die bequeme Original-Kino-Bestuhlung lud zum längeren Verweilen und Genießen ein. Die Präzision und Fulminanz, mit der die Elektronik die Schallinformation im Gartenstudio über die B&W-Speaker vermittelte, waren zutiefst beeindruckend, die Bildqualität über jeden Zweifel erhaben.

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Im schönen Kopfhörer-Studio zeigten Daniel Dimitrov und Robert Knaut gemeinsam den Besuchern, dass die Thematik Kopfhörer populär und aktuell ist. Die Vielfalt an dargebotenen Systemen war erstaunlich, die Klang-Qualität der diversen Geräte renommierter Hersteller faszinierend. Publikums-Magnet war ohne Zweifel der Sennheiser Orpheus. Und ja, die Kopfhörervorverstärker-Kopfhörer-Kombi klingt überaus beeindruckend. Und dies, nachdem zwei knapp Jahrzehnte seit seiner Markteinführung vergangen sind.  Doch auch Audez’e, selbstverständlich STAX, Beyerdynamik und HifiMan überzeugten die Besucher aufgrund ihrer Klangeigenschaften.

Daniel (links außen vorn) und Robert ()rechts außen im Bild) waren ein gutes Gespann und hatten das Kopfhörerstudio im Griff.

Daniel (links außen vorn) und Robert (rechts außen im Bild) waren ein gutes Gespann und hatten das Kopfhörerstudio im souveränen Griff.

Nico Gläsel (stehend, hinten links) betrieb im Studio 13 links die Harbeth 40.1 an einer großen Naim-Kette. Die Luft schien vor Emotionalität der Musik zu beben. Ein Kunde des Hauses erwarb die Speaker noch am gleichen Abend.

Konzentrierte innere Stille herrschte beim Hören per Naim und Harbeth 40.1

Konzentrierte innere Stille herrschte beim Hören per Naim und Harbeth 40.1

Im Studio gegenüber war Naim per Music Line-Geschäftsführer Andreas Kayser und seinem sehr versierten Sohn Adrian vertreten. Hier erfuhren die Gäste aus ganz direkter Quelle Antworten auf Fragen bzgl. (Netzwerk-)Streaming, Musikdatenbanken, digitalen Audio-Formaten und natürlich den sich im Betrieb befindlichen Komponenten wie z.B. den HDX und die relativ neue B&W CM10.

Music Line war im Familien-Doppel bei uns. Im Bild: Andreas Kayser (li) und Sohn Adrian (re)

Music Line war im Familien-Doppel bei uns. Im Bild: Andreas Kayser (li) und Sohn Adrian (re)

 

Ein audiophiler und visueller Sonder-Leckerbissen war die noch aufgebaute und spielbereite Accuphase-KEF Blade-Kette. Diese Kombi stand noch vom zuvor stattgefundenen Accuphase-Workshop. Die Komponenten im einzelnen:

  • PS-1220 Stromaufarbeitung
  • C-3800 Präzisions-Vorverstärker
  • DP-900 SACD/CD Präzisions-Laufwerk
  • DC-901 D/A-Wandler
  • DG-48 Digitale Raumkorrektur
  • 2 x A-200 Class-A Mono-Endstufen (neu)

Dazu gesellt sich eine weißfarbene KEF-Blade in Piano-Lack. Interkonnekt von HMS und LS-Kabel von Nordost komplettieren diese feine Kette.

Im Wechsel präsentierten Robert Schlundt und Emrah Cura den Neugierigen und Wissbegierigen das System, das bei vielen Gästen zugleich einen Ausdruck des Erstaunens als auch der Bewunderung auslöste.

 

Accuphase-Elektronik und KEF Blade: Ein sehr verträgliches Gespann.

Accuphase-Elektronik und KEF Blade: Ein sehr verträgliches Gespann.

 

Zu guter Vorletzt begeben wir uns inhaltlich zum Thema TV und 4k-Technlogie und in unsere TV-Abteilung. Zu Besuch hatten wir Herrn Nils Alke von Sony Deutschland, der Sony 4K-Fernseher vorstellte und erläuterte und Fragen seitens unsere Gäste Rede und Antwort stand. Unsere Kollegen Jean Sareyko und Robert Bode waren stehts zur Stelle und sorgten für kompetente Unterstützung.

Nils Alke (im weißen Oberhemd) erläutert die Sony 4k-Technologie

Nils Alke (im weißen Oberhemd) erläutert die Sony 4k-Technologie

Wir drücken unseren Dank all jenen aus, die zum Gelingen dieser mittlerweile in Berlin etablierten Veranstaltung beitragen. Dies sind gleichermaßen alle an der Langen der Nacht der Ohren angegliederten Händler, der zuverlässige und komfortable Bus-Shuttle-Service durch die Firma Wunderwald Berlin und selbstverständlich Ihnen, den Teilnehmern an der LNDO, also jenen Menschen, die ihre geschärften Sinne mittels akustischer und/oder visueller Feinkost verwöhnen.

Wir freuen uns auf eine Fortführung im kommenden Jahr. Bleiben Sie gesund und munter.

Wir freuen uns auf und über Ihren Besuch bei uns im Ladengeschaft in Berlin-Kreuzberg und im Internet unter www.hifi-im-hinterhof.de.

Kommentare (5) Schreibe einen Kommentar

  1. Liebe Hinterhöfler,
    vielen Dank für eure Impressionen von der LNdO. Ich konnte leider nicht dabei sein, hätte mich aber sehr für die Audioquest-Vorführung interessiert. Ihr sprecht von klanglichen Auswirkungen von Netzwerkkabeln. Ich denke gerade darüber nach, meinen bislang wlan betriebenen kleinen Streamer per LAN-Kabel an dern Router anzuschließen. Hat das klangliche Vorteile gegenüber der WLAN-Lösung? Und gibt es klanglich empfehlenswertes Kabel, das auch in größeren Längen (mind. 10 m) noch erschwinglich ist und sich auch durch die Wohnung verlegen lässt (flach, biegsam, idealerweise weiß; auf keinen Fall daumendicke Strippen in Neonfarben…)
    Viele Grüße
    Thomas Rabe

  2. Sorry, Doppelpost! Ich sehe nicht, wann welcher Post freigeschaltet wird.
    TR

  3. Thomas,
    welcher der Posts soll den nun wirklich freigeschaltet werden, frage ich mich bzw. fragen wir uns. Denkbar wäre es natürlich auch, beide freizugeben.
    Mit Gruß
    Peter

  4. Thomas,
    genau genommen hilft nur eines: Ausprobieren. Meine (begründete) Vermutung ist, dass Du per LAN klanglich bessere Ergebnisse erzielen wirst als per WLAN. Immerhin muss das Signal nicht erneut moduliert, also für wireless-Übertragung aufbereitet werden. Allein dieser Sachverhalt spricht für mich persönlich weiterhin prinzipiell für kabelgebundene Verbindungen. Je weniger Bauteile und / oder das Ur-Signal verändernde Mechanismen im Signalweg liegen, desto besser. Das ist jedenfalls meine Betrachtung zum Thema.

    Bzgl. Ethernet-Kabel-Meterware zwecks Verlegen in der Wohnung: Du wünschst Dir (und dafür haben wir vollkommenes Verständnis) die oft zitierte Eier legende Wollmilchsau. Wir empfehlen in diesem Fall Kabel von Audioquest, denn sie verfügen gerade im Bereich Ethernet über umfangreiche Erfahrung. Hier gibt es z.B. das CAT600 Pearl, CAT700 Pearl, CAT700 Forest und CAT700 Carbon. Genaueres hierzu ist unter http://de.audioquest.com/custom-install/bulk-spool-cable-series/ zu finden. Allerdings sind diese Kabel weder flach noch ausschließlich weiß. Daumendickes Kabel wird sich vermeiden lassen.

    Mit Gruß
    Peter Niclas

  5. Lieber Peter,
    vielen Dank für die Antwort. Die beiden Posts sind ja inhaltlich weitestgehend identisch, insofern passt es schon so. Deine Tipps werde ich mir ansehen. Danke nochmals dafür!
    Gruß
    Thomas

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