Leinwand-Ratgeber

Bildbreite: Die größe einer Leinwand wird nicht wie bei Fernsehern in der Diagonale gemessen, sondern in der Breite. Einer der häufigsten Fehler bei Heimkino-Einsteigern ist der Einsatz einer zu breiten Leinwand. Dies hat zur Folge, dass man nicht mehr das gesamte Bild im Überblick hat, dadurch wird das Filme schauen sehr anstrengend. Nicht umsonst möchte im Kino niemand in der ersten Reihe sitzen.Eine Faustregel besagt, dass die Leinwandbreite etwa dem halben Sitzabstand entsprechen sollte. Bei einem Sitzabstand von 4m wäre demnach eine 2m breite Leinwand optimal.

Bildformat: Für den Einstieg sollten Sie unbedingt eine 16:9-Leinwand wählen. Diese ermöglicht eine gute Wiedergabe sämtlicher Filmformate. Spezialisten setzen auch gerne eine anamorphe Vorsatzlinse bei Ihrem Beamer ein, um ein 21:9 Seitenverhältnis zu erziehlen. Diese Linsen kosten jedoch weit über 1000€ und sind daher nur für High-End-Beamer empfehlenswert. Wer sich für eine 21:9 Wiedergabe entscheidet und einen sehr hochwertigen Beamer besitzt, sollte daher lieber gleich eine Leinwand mit automatischer Maskierung einsetzen.

Gain: Der Gain beschreibt die Richtwirkung der Leinwand. Ein weißes Blatt Papier hat in etwa einen Gain von 1.0. Das Licht wird gleichmäßig in alle Richtungen verteilt. Eine Leinwand mit einem höheren Gain hat die Eigenschaft, das Licht vermehrt gerade nach vorne abzustrahlen. Dadurch wird die Bildhelligkeit deutlich erhöht. Allerdings entstehen durch die Richtcharakteristik große Probleme: Die Leinwand erscheint nicht mehr gleichmäßig hell ausgeleuchtet, zudem werden die Farben ungleichmäßig wiedergegeben. Da die heutigen Heimkinobeamer allesamt Lichtstark genug sind, sollte eine Leinwand für den Heimkinoeinsatz einen Gain von unter 1,5 haben. Es gib auch graue Leinwände mit einem Gain unterhalb von 1,0. Diese ermöglichen Laut Hersteller einen besseren Schwarzwert. Da auch die maximale Helligkeit niedriger Ausfällt, bleibt der maximale Kontrast jedoch unverändert. Für den Einstieg ist in der Regel eine weiße Leinwand besser geeignet, da die Beamer auf ein „mattweißes“ Tuch geeicht sind.

Leinwandvorlauf: Rolloleinwände werden häufig direkt an der Decke montiert. Um das Bild dennoch auf Augenhöhe projezieren zu können, verfügen viele Leinwände über einen Vorlauf, auch „Blackdrop“ genannt. Dieser schwarze Stoff ermöglicht es, die Leinwand trotz Deckenmontage auf eine angenehme Höhe herabzuziehen.

Derzeit gibt es 3 weit verbreitete Leinwandtypen:
– die manuelle Rolloleinwand
– die Motorleinwand
– die Rahmenleinwand

Eine einfache manuelle Rolloleinwand ist günstig in der Anschaffung und sehr leicht zu montieren. Die Planlage ist allerdings bei den wenigsten günstigen Rollo-Leinwänden als „gut“ zu bezeichnen. Insbesondere Rollo-Leinwände mit mehr als 2m Breite wölben sich an den Seiten sehr häufig. Dadurch entstehen Geometriefehler im Bild, welche sehr störend sein können.

Motorleinwände haben in der Regel eine wesentlich bessere Planlage, sind allerdings in der Anschaffung und Montage deutlich teurer. Vor allem die Stromversorung des Motors kann eine Herausforderung sein. Ein loses Kabel ist alles andere als schön. Und eine Unterputz-Stromzuleitung für den Motor der Leinwand kostet viel Zeit und Geld.

Eine fest installierte Rahmenleinwand bietet eine hervorragende Planlage und ist bei gleicher Qualität günstiger als eine Motorleinwand. Wer handwerklich geschickt ist, kann sich den Rahmen für die Leinwand auch selbst bauen und diesen mit einem hochwertigen Tuch bespannen. In vielen Räumen lässt sich eine feste Rahmenleinwand allerdings nur schwer integrieren.

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