Klassische 5.1 Surround-Systeme: B&W MT-50, KEF E305 und Monitor Audio Radius

Üppig ausgestattete AV-Receiver mit mehr als zehn Kanälen und nicht zuletzt die neuen 3D-Tonformate Dolby Atmos, Auro 3D und DTS:X zeigen was aktuell möglich ist, kommen gleichzeitig aber nur für einen verhältnismäßig kleinen Kreis von Anwendern in Frage. Wesentlich interessanter für das herkömmliche Wohn- oder Entertainment-Zimmer ist nach wie vor die klassische 5.1-Anordung, die – ein gutes System vorausgesetzt – bereits einen deutlichen Zugewinn an Atmosphäre bedeutet. Wir präsentieren Ihnen drei Lautsprecher-Kombinationen, mit denen Sie sich überzeugenden Raumklang nach Hause holen können.

Satelliten der 5.1-Surround-Sets B&W MT-50 und KEF E305

Bowers & Wilkins MT-50 und KEF E305 im Überblick

Zwei traditionelle HiFi-Spezialisten, zwei puristische 5.1-Systeme mit fast identisch großen Lautsprechern, jeweils zwei klassische Farbvarianten (Schwarz und Weiß), dazu die Möglichkeit die Satelliten flexibel auf Stellflächen, Hochständern oder direkt an der Wand zu platzieren. Wenn sich die Produkte unterschiedlicher Hersteller auf den ersten Blick so ähnlich sind und exakt dieselben Ansprüche zu bedienen scheinen, sind bei der Wahl eines Favoriten letztendlich oft kleine Details das Zünglein an der Waage. Nicht nur in den Kernkompetenzen – der Wiedergabe von Filmsound sowie Musik in Stereo und Surround – müssen die Produkte überzeugen, auch die sonstigen Merkmale – Design, Verarbeitung, Preis und Erweiterbarkeit – sollten den persönlichen Vorstellungen möglichst entsprechen. Bevor wir also näher auf den Klang der Sets eingehen, zunächst einige allgemeine Anmerkungen.

B&W MT-50 Center-Lautsprecher und Satellit

B&W MT-50 Subwoofer ASW608

Ein nicht ganz unerheblicher Faktor ist sicherlich die unterschiedliche Preisgestaltung der Hersteller, obwohl es sich bei B&W MT-50 und KEF E305 in vielerlei Hinsicht um ähnlich dimensionierte Systeme handelt. Sowohl der für das Set aufgerufene Grundpreis als auch die Kosten für eventuelle Erweiterungen oder Zubehör fallen bei Bowers & Wilkins höher aus. Zwar rechtfertigen die Verarbeitung und der Klang die veranschlagten Preise ohne Weiteres, es sollte an dieser Stelle aber zumindest darauf hingewiesen werden, dass bei der weißen Edition die Farbabstimmung der einzelnen Elemente (Satelliten, Blenden für der Wandmontage und Subwoofer) nicht optimal gelungen ist. Die etwas unterschiedlichen Farbnuancen sind per se kein K.O.-Kriterium und fallen abhängig von der Aufstellung oder den Lichtverhältnissen auch nur bedingt auf, sollten Sie sich aber speziell für diese Variante interessieren, lohnt sich eventuell ein Besuch bei uns vor Ort. Dort können Sie die MT-50 Komponenten in Ruhe begutachten und dann abwägen. Bei der weißen Ausführung von KEFs E305 Set gibt es in dieser Hinsicht nichts zu beanstanden. Möglicherweise ist jedoch die futuristisch anmutende, ovale Formgebung nicht jedermanns Sache.

KEF E305 Subwoofer und Satellit

KEF E305 Subwoofer von unten

Klangeindrücke

Grundsätzlich wissen die Systeme beider Hersteller in sämtlichen Wiedergabe-Situationen zu gefallen. Das MT-50 Set verlangt nach einem etwas kräftiger dimensionierten AV-Receiver, um sein Potenzial voll auszuspielen und liefert dann insbesondere bei der Wiedergabe von Musik sowohl bei Stereo- als auch Surround-Aufnahmen ein detailliertes, kräftiges und offenes Klangbild. Das KEF-Setup ist hinsichtlich der erforderlichen Endstufenleistung genügsamer, spielt allerdings im direkten Vergleich auch etwas weniger differenziert. Filmsoundtracks werden von beiden Lautsprecher-Kombinationen überzeugend wiedergegeben. Tatsächlich ist es sogar so, dass sich die Systeme in dieser Disziplin klanglich vielleicht noch am nächsten sind. Die Abbildung des Mittenspektrums ist bei Lösungen dieser Art tendenziell problematisch, da diese Frequenzen häufig weder von den kleinen Satelliten noch vom Subwoofer adäquat bedient werden können. Ein deutlich wahrnehmbares „Mittenloch“ im Sound kann die Folge sein. Bei B&W MT-50 und KEF E305 ist dieser Effekt jedoch erfreulicherweise gering ausgeprägt, das KEF Set schneidet hier unserer Ansicht nach etwas besser ab. Beim Thema Tiefbass hat wiederum die Konkurrenz die Nase vorn. Sicherlich sind beide Subwoofer nicht die stärksten Vertreter ihrer Art, der KEF E-2 kommt allerdings schneller an seine Leistungsgrenzen und es gibt darüber hinaus im Produktportfolio des Herstellers kaum Alternativen für ein eventuelles Subwoofer-Upgrade aus gleichem Hause. Bowers & Wilkins ist diesbezüglich deutlich flexibler aufgestellt und bietet eine ganze Reihe leistungsfähigerer Tieftöner als Alternative zu dem mitgelieferten ASW608 an.

Monitor Audio Radius-Serie

Darüber hinaus lassen sich natürlich beide Komplett-Sets prinzipiell um einzelne Satelliten ergänzen, damit sind die Möglichkeiten allerdings ausgeschöpft. Wenn noch mehr Flexibilität hinsichtlich der Lautsprecherauswahl gefragt ist, bietet sich unter Umständen als Alternative die Radius-Serie von Monitor Audio an. Diese haben wir zunächst bewusst außen vor gelassen, weil sie sich sowohl konzeptuell als auch preislich von den bereits vorgestellten Lösungen unterscheidet. So stehen bei der Radius-Serie alleine für den Center-Kanal drei unterschiedliche Lautsprecher (Radius 200, Radius 225, Radius One) zur Verfügung und die Signale für die linke und Rechte Seite werden wahlweise von Kompakt-Monitoren (Radius 45, Radius 90) oder Standlautsprecher (Radius 270) an die Luft gebracht. Für ausreichend Bassschub sorgen zwei verschiedene Subwoofer-Modelle (Radius 380, Radius 390). Die Anschaffungskosten für ein Radius-Setup in der Minimalkonfiguration sind etwas höher als bei dem MT-50 Set, dafür sind die Komponenten hervorragend aufeinender abgestimmt und so legt die Monitor Audio Serie die Messlatte insgesamt noch einmal höher. Sollte zu einem späteren Zeitpunkt der Wunsch bestehen das System sukzessive auszubauen oder aufzuwerten, bietet die Radius-Serie vielfältige Optionen.

B&W MT-50 und Monitor Radius Satellit

Schlussgedanken

Von Seiten der Industrie wurde bereits früh signalisiert, dass auch im Zuge der Einführung neuer 3D-Tonformate die Abwärtskompatibilität der Codecs zu herkömmlichen Surround-Setups unbedingt gewährleistet wird. Alleine diese Tatsache zeigt deutlich, dass das klassische 5.1-Setup noch lange nicht ausgedient hat. Vielmehr handelt es sich nach wie vor um den perfekten Kompromiss, wenn Surround-Klang auf begrenztem Raum und zu einem vernünftigen Preis realisiert werden soll. Die ausgereiften Lautsprecher-Sets von Bowers & Wilkins, KEF oder eine individuelle 5.1-Konfiguration von Monitor Audio sorgen nicht nur beim nächsten Filmabend für Atmosphäre, sondern setzen auch Musik jederzeit ansprechend in Szene und empfehlen sich somit als zentrales Wiedergabe-System für das Wohnzimmer.

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Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Hallo,
    Lese eure Berichte immer sehr gern und aufmerksam , sie verraten sonst nirgendwo aufgeführte Kleinigkeiten und treffen alles auf den Punkt.
    MARANTZ de 5004 reicht der für die mt 50 ?
    Danke
    Mit freundlichen Gruß
    Uwe Kämpfer aus Hannover

  2. Hallo Uwe,

    erst einmal ein großes Dankeschön an dich. Das freut uns natürlich sehr!
    Der Marantz SR 5004 reicht tatsächlich für die MT-50.

    Viele Grüße,
    Elisa

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