Höhenlautsprecher und Yamaha-AV-Receiver

Yamaha verbaut in den beiden derzeitigen großen Top-Modellen RX-A2010 und RX-A3010 satte neun Endstufen. Nach der Installation in unserem Kino haben wir uns gefragt:

„Was tun“?

Das 5.1-Set war schnell angeschlossen, aber was tun mit den 4 weiteren Endstufen? Dank sehr guter App-Steuerung bieten sich die Modelle endlich auch hervorragend als Multiroom-Verstärker an.
Mit einem Smartphone oder iPad lässt sich so hervorragend aus den Nebenzimmern alles steuern, von der Lautstärke bis zur Musikauswahl. Aber viele Kunden möchten gar keine Mehrraum-Lösug haben oder setzen hier auf das nochmals deutlich komfortablere Sonos-System?

Also haben wir den Plan B getestet und im ersten Schritt die Surround-Back-Lautsrprecher in Betrieb genommen. Wie zu erwarten ist der Vorteil hier insbesondere von der Aufstellung der Boxen abhängig. Wenn der Hörbereich nicht sehr groß ist und die Surround-Boxen optimal plaziert sind ist der Zugewinn zwar hörbar, aber nicht so groß wie erhofft. Vor allem wenn auf der Tonspur nur sehr spärlich mit Surround-Effekten umgegangen wird passiert halt nicht viel von hinten- egal ob 5.1 oder 7.1. Bei Musik-Blurays ist der Unterschied sogar nochmals geringer, da hier in der Regel im Surround-Bereich nur etwas Nachhall und Publikums-Geräusche abgemischt werden.

Also haben wir uns nach langer Zeit mal wieder einem immer aktueller werdenden Thema gewidmet: Front Height, also der Einsatz von 2 weiteren Lautsprechern oberhalb der Frontlautsprecher.D
Da wir in allen unseren Kinos mit Videoprojektoren arbeiten haben wir ein Problem: Der Center kann nicht auf gleicher Höhe montiert werden wie die Frontboxen, da er dann mitten im Bild wäre. Statt dessen ist der Center-Lautsprecher etwa auf Kniehöhe direkt unterhalb der Leinwand positioniert. Problem: Aufgrund der großen Leinwand sind die Gesichter der Schauspieler in ca. 1,50m Höhe – der Center ist aber nur in 55cm Höhe montiert. die Stimme passt von der Zuordnung nicht optimal zum Bild.

Die Profi-Lösung (wie Sie auch in Multiplex-Kinos und in unserem größten Heimkino zum Einsatz kommt) ist eine Schalldurchlässige Leinwand mit dahinter moniterten Lautsprechern. Da hierfür sehr hohe Leinwandkosten und umfassende bauliche Maßnahmen benötigt sind ist diese Umsetzung für viele Heimkinonutzer zu aufwendig und teuer.

Hier setzen die Höhenlautsprecher an: Yamaha bietet seit über 10 Jahren die Möglichkeit an „Höhenlautsprecher“ einzusetzen, welche die Stimme vom Center lösen und akustisch in die Höhe befördern sollen. Da wir uns einige Jahre nicht dem Thema gewidmet haben fanden wir den Zeitpunkt gekommen erneut diese Technik auszureizen. Denn erstmals lässt sich mit bezahlbaren Receivern (z.B. dem RX-A 2010 für 1400€ UVP) eine Batterie aus 9 Lautsprechern befeuern.

Da die wenigsten Kunden zu Hause große Boxen oberhalb Ihres Fernsehers oder der Leinwand einsetzen können entschieden wir uns komplett für eine hochwertige und kompakte Bestückung mit Monitor-Audio-Boxen aus der Radius Serie. In der Front werken 3x Radius 225HD, als Höhenlautsprecher kommen 2x Radius 90HD zum Einsatz. Zum Preis von 400€ inkl. schwenk- und neigbarer Wandhalterung sind diese kleinen aber hochwertigen Boxen vermutlich derzeit die einfachste und Preis/Leistungstechnisch überzeugendste Lösung für diesen Einsatzweck.

Nach der Verkabelung wird das Set neu eingemessen und die Höhenlautsprecher automatisch und richtig erkannt – die erste Filmwiedergabe brachte zuerst keine Veränderung. Doch die Dialog-Lift Funktion im „Option-Menü“ zeigt die Vorteile dann um so deutlicher:

Die Stimmen werden nicht „nur“ in die Höhe, sondern auch in die Breite gezogen – akustisch scheinen sie also tatsächlich aus der gesamten Leinwand zu kommen. Für den optimalen Effekt mussten wir den Dialog-Lift auf Stufe „4“ einschalten (max. ist „5“). Erstaunlicherweise wurde die Sprachverständlichkeit sogar drastisch erhöht – entgegen meiner Erwartungen. Während im Surround-Bereich ein künstliches Hinzufügen weiterer Kanäle oftmals mit einem Verlust der eindeutigen Zuordbarkeit einhergeht war hiervon beim Center-Lift nichts zu bemerken.

Tatsächlich hat mich die Performace dermaßen beeindruckt dass ich in meinem Heimkino den Versuch reproduziert habe:

7.1 (mit Surround-Back, also quasi 3.4.1) umgebaut auf 7.1 mit Front Heigth (also quasi 5.2.1).
Das Ergebnis ist absolut umwerfend – denn im Frontbereich passiert bei den Abmischungen viel mehr als im Effektbereich – und genauso kommen auch die Vorteile der weiteren Frontlautsprecher deutlicher zum Tragen als weitere Surround-Boxen. Jetzt ist es eigentlich an der Zeit den vorhandenen Yamaha RX-A 2067 (7 Endstufen) durch ein neues Modell zu ersetzen und beide Vorteile mitzunehmen…

Wir haben derzeit ein 7.1-Set aus Monitor Audio Radius-Serie an einem Yamaha RX-A3010 vorführbereit und können Ihnen gerne die Unterschiede demonstrieren – es lohnt sich! Als nächstes widmen wir uns dem Thema Audyssey DSX und Pro Logic 2z, beide Schaltungen erlauben das Hinzufügen eben jener Höhenlautsprecher. Ob Sie den Center-Lift genau so präzise und effektiv beherrschen ist hier die spannende Frage.

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