HiFi mal anders – Die JBL 4367 jetzt neu bei HiFi im Hinterhof

Viele Hersteller bemühen sich ihren Lautsprecher-Entwicklungen nicht nur den rechten Klang zu verpassen, sondern fahren auch optisch einiges auf: Ausgefallene Formen, feine Holzmaserungen, perfekt lackierte Oberflächen, unsichtbare Verschraubungen. Derlei Schönheitswettbewerbe quittiert die JBL 4367 mit einem lakonischen Achselzucken und überzeugt jene, denen das klassische PA-Speaker Design zusagt, mit gnadenlos guter Performance.

Die JBL 4367 in unserer Vorführun

Über JBL

Bevor wir zur Sache kommen, kurz ein paar Fakten zum Hersteller JBL selbst: Gegründet im Jahr 1946 von James Bullough Lansing, zählt JBL heute mit über 70 Jahren Erfahrung im Lautsprecherbau zu einem der ganz alten Hasen in diesem Segment. Lansing selbst war zwar mit seinem technischen Know-How für die Initialzündung dieser Erfolgsgeschichte verantwortlich, erlebte jedoch nur einen Bruchteil der selbigen: Bereits im Jahr 1949 nahm sich Lansing aufgrund geschäftlicher und persönlicher Probleme das Leben, ermöglichte so jedoch letztlich durch die Auszahlung seiner Lebensversicherung dem jungen Unternehmen das Weiterexistieren – bis zum heutigen Tag. Seit dem ist die Liste an Lautsprecherentwicklungen aus dem Hause JBL für den Live-, Studio- und den Consumer-Bereich quasi ins Endlose gewachsen. JBL Lautsprecher sind auf großen Bühnen, in renommierten Tonstudios und privaten Wohnräumen weltweit anzutreffen. Aus diesem Grund ist es auch müßig an dieser Stelle auf einzelne Highlights aus der Geschichte von JBL einzugehen und wir widmen uns stattdessen lieber dem eigentlichen Objekt der Begierde: der JBL 4367.

Optisch und klanglich imposant: die JBL 4367

Hornlautsprecher für den Mittel-/Hochton-Bereich

Das vermutlich auffälligste Merkmal dieses Lautsprechers, das übrigens auch die mitgelieferte Bespannung nicht verhüllt, dürfte das Horn mit JBLs etwas sperrig betitelter „High-Definition Imaging Waveguide“ Technologie sein, in dessen Zentrum der als D2430K bezeichnete Dual-Hoch-/Mitteltontreiber mit zwei Membranen sowie zwei Tauchspulen seine Arbeit verrichtet. Beide Komponenten verdienen einige Anmerkungen, da sie tendenziell doch eher selten anzutreffen sind. Zunächst zum Horn:

Manch einer mag Hornsysteme mit längst vergangenen Zeiten assoziieren, als High Fidelity noch in den Kinderschuhen steckte, andere haben möglicherweise auch moderne, besonders extravagante und dementsprechend exorbitant teure Lautsprecher-Konstruktionen in den Sinn. Fakt ist jedenfalls: Die Hornkonstruktion ist bis heute eine absolut legitime Variante im Lautsprecherbau (in der professionellen Beschallungstechnik begegnet einem dieser Anblick häufiger) und ein clever konstruiertes Horn kann wirklich fantastisch klingen. In diese Kategorie fällt auch das hier vorliegende Modell, der Hoch-/Mitteltonbereich des JBL 4367 kommt mit einer Impulsschnelle, Dynamik und Detailtiefe daher, dass es eine wahre Freude ist.

High-Definition Imaging Waveguide und Dual-Hoch-/Mitteltontreiber D2430K

Zum Teil ist dies auf die auf komplexen Simulationen beruhende Form des Horns zurückzuführen, einen gewichtigen Anteil trägt dazu aber auch der ausgefeilte Kompressionstreiber D2430K bei. Die Doppelkonstruktion mit zwei Membranen und zwei Tauschspulen sowie zwei phase plugs schafft die perfekten Voraussetzungen für die selbst bei hohen Lautstärken enorm verzerrungsarme Wiedergabe im Mittel-/Hochton-Bereich von 700 Hz bis 40 kHz.

Übrigens: Der Begriff Kompressionstreiber verweist auf die Tatsache, dass der Treiber selbst deutlich größer ist die innenliegende Öffnung des Horns. Diese Konstruktion führt zu einer starken Kompression der Luft, sobald diese in Bewegung versetzt wird. Sie ist nicht nur das Geheimnis hinter dem hohen Wirkungsgrad des Horns, sondern ist auch die unverwechselbare Klangästhetik dieses Lautsprechertyps verantwortlich.

Der Treiber im Zentrum des Horns

Der D2430K Dual-Hoch-/Mitteltontreiber der JBL 4367 als schematische Darstellung

15“ Woofer und Bassreflexkanäle für die Tieftonwiedergabe

Für den Frequenzbereich unterhalb von 700 Hz zeichnet ein 2216Nd-1 Differential Drive Woofer mit stolzen 38 cm Durchmesser, unterstützt von zwei 4“- Bassreflex-kanälen, verantwortlich. Ebenso wie beim Horntreiber greift JBL auch im Tieftonbereich auf bewährte Live- und Studiotechnologie zurück. So ging es bei der Konstruktion des Tieftöners darum ein hoch effizientes, mechanisch langlebiges und kompaktes, d. h. lichtgewichtiges Lautsprecherdesign zu entwerfen, das sich auch bei hoher Belastung durch eine geringe Wärmeproduktion, eine hohe Impulstreue und minimale Verzerrungen auszeichnet. Wie beim Horntreiber setzt JBL dabei auf ein duales Konzept: Es kommen zwei Spulen zu Einsatz. Um sich dies besser vorzustellen, sei auf eine entsprechende Publikation von JBL verwiesen.

In der Praxis jedenfalls erweist sich der Woofer als hervorragender Spielpartner für den Horntreiber, der das Frequenzspektrum mit seiner sehr wirksamen und gerade bei höheren Lautstärken körperlich deutlich nachvollziehbaren Performance nach unten hin abrundet, ohne dabei irgendwie unaufgeräumt oder gar aufdringlich zu klingen.

Der 15

Frequenzweiche mit Zusatzfunktionen

Das verbindende Element zwischen den beiden Treibersektionen bildet die Frequenzweiche. Sie sorgt für ein sorgfältig austariertes Überblenden um die bereits erwähnte Übergangsfrequenz von 700 Hz. Bemerkenswert ist hier vor allem die Möglichkeit über zwei Potis den Mittel- und Hochtonbereich in Grenzen, d. h. in 0,5 dB Schritten zwischen -1dB und 1 dB zu justieren, obwohl es sich um eine vollständig passive Konstruktion handelt. Während der erste Regler den Bereich zwischen 600 Hz und 9 kHz beeinflusst, wirkt der zweite zwischen 4 kHz und 20 kHz. Abgesehen davon verrichtet sie ihren Dienst im besten Sinne absolut unauffällig.

Schlussgedanken

Zieht man in Erwägung einen Lautsprecher in diesem Preissegment zu erwerben und kann sich mit dem pragmatischen Charme dieses 60 Kilo Lautsprechers anfreunden, sollte man sich den JBL 4367 unbedingt anhören. Für alle anderen gilt: Trotzdem unbedingt anhören!

Klingt fantastisch: der JBL 4367

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.