HiFi Bundle : Cayin MT-34L & Cambridge Aeromax 6 – 2099€

Einer der schönen Nebeneffekte unseres umfassenden HiFi-Sortiments ist fraglos die Möglichkeit mit verschiedenen Komponenten experimentieren können. Dabei ist natürlich nicht zwangsläufig gesagt, dass das Ergebnis in jedem Fall überzeugen kann, allerdings gibt es doch immer wieder Varianten, die einfach Sinn ergeben. So geschehen bei unserem neuen HiFi-Bundle, bestehend aus Cayin MT-34L und Cambridge Aeromax 6, das wir an dieser Stelle vorstellen möchten.

HiFi im Hinterhof Bundle: Cayin MT-34L und Cambridge Audio Aeromax 6

Cambridge Audio Aeromax 6

Als Erstes werfen wir einen Blick auf den Lautsprecher unseres HiFi-Sets, den Cambridge Audio Aeromax 6. Im Gegensatz zum puristischen Röhrenverstärker Cayin MT-34L, scheint diese Wahl möglicherweise auf den ersten Blick etwas unorthodox und wirft aus mindestens zwei Gründen berechtigte Fragen auf. Zunächst ist ein gesundes Maß an Skepsis durchaus angebracht, wenn sich ein Unternehmen, das in erster Linie für seine HiFi-Elektronik bekannt ist, auf den Lautsprechermarkt begibt – nicht umsonst gibt es dezidierte Lautsprecherhersteller, die ihr spezielles Know-How über Jahre und Jahrzehnte erarbeitet und verfeinert haben. Darüber hinaus hat sich Cambridge Audio im konkreten Fall für ein gleichermaßen ungewöhnliches und herausforderndes Treiberkonzept entschieden, das einiger Erklärung bedarf. Bevor wir allerdings auf den sogenannten BMR (Balanced Mode Radiator) im Detail eingehen, sei im Hinblick auf den ersten Punkt schon einmal Entwarnung gegeben: Das Team um den erfahrenen technischen Direktor Dominic Baker hat bereits in der Vergangenheit seine Fähigkeiten im Lautsprecherbau erfolgreich unter Beweis gestellt und aufmerksamen Beobachtern dürfte nicht entgangen sein, dass sogar der spezielle Mittel- und Hochton-Schallwandler bereits in früheren Modellen erprobt wurde.

Der Balanced Mode Radiator des Cambridge Audio Aeromax 6

Tatsächlich kommt in der Aeromax 6 bereits die vierte Entwicklungsstufe des BMR zum Einsatz. Dieser vereint im Grunde zwei unterschiedliche Prinzipien der Schallerzeugung, die man in der Regel mit verschiedenen Schallwandler-Typen assoziiert. Einerseits handelt es sich dabei um den klassischen dynamischen Wandler mit Schwingspule, der eine Membran kolbenartig vor und zurück bewegt, um das Musiksignal zu reproduzieren. Andererseits macht sich der BMR das Prinzip des sogenannten Flächen- oder Biegewellenstrahlers zu eigen, bei dem kontrollierte Eigenschwingungen in verschiedenen Bereichen der Membran den Schall erzeugen. Dabei erfolgt der Übergang vom ersten in den zweiten Modus quasi nahtlos und frequenzabhängig, der BMT der Aeromax 6 stellt den gesamten Bereich zwischen ca. 250 Hz und ca. 22 kHz dar. Die tendenziell problematische Signaltrennung bei separaten Mittel- und Hochton-Einheiten um etwa 3 kHz – dieser Frequenzbereich ist für die Sprachverständlichkeit entscheidend und das menschliche Ohr hier besonders empfindlich – entfällt somit und es ergibt sich ein besonders homogener und stimmiger Eindruck bei der Mitten- und Höhenwiedergabe. Ein weiterer Vorteil ist zudem der breite Abstrahlwinkel, sodass auch jenseits eines millimetergenau abgestimmten Stereodreiecks das obere Frequenzspektrum vollständig abgebildet wird.

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Für ein kräftiges Bassfundament jenseits der 250 Hz Marke sorgen, unterstützt durch eine Bassreflexöffnung, zwei 165mm Tieftöner, die ganz klassisch nach dem oben erwähnten elektrodynamischen Prinzip arbeiten. Damit sind die Woofer zwar technisch weniger interessant als der BMT, stehen dessen Performance jedoch ins Nichts nach und runden das Klangbild einwandfrei nach unten hin ab. Begünstigt wird dies durch das stabile und dank innerer Verstrebungen äußerst resonanzarme Gehäuse der Aeromax 6, das neben den Treibern auch die Frequenzweiche, das Anschlussterminal sowie die interne OFC-Verkabelung (Oxygen Free Copper) – allesamt in vorbildlicher Qualität – beherbergt.

Cayin MT-34L

Nun wollen wir uns dem Röhrenverstärker Cayin MT-34L zuwenden. Obwohl es sich hierbei natürlich um ein absolut modernes Stück Technik handelt, orientiert sich der in Deutschland entwickelte und in Asien gefertigte Vollverstärker technologisch und auch optisch ganz eindeutig an HiFi-historischen Vorgängern der Prä-Halbleiter-Periode. Ein umfassender Exkurs zum Thema Röhren würde hier ganz sicher den Rahmen sprengen, allerdings sei so viel gesagt: Lange waren Röhren ein essentieller Bestandteil jeder Verstärkerschaltung und wurden erst durch die Entwicklung des Transistors zunehmend verdrängt. Obwohl letztere tatsächlich zahlreiche Vorteile bieten – geringere Empfindlichkeit, weniger Platzbedarf, die Möglichkeit integrierten Schaltungen zu bauen etc. – werden die Vakuum-Kolben jedoch vor allem wegen ihrer besonderen klanglichen Eigenschaften nach wie vor geschätzt und deshalb von einigen Herstellern auch heute noch verwendet. So auch im Falle des Cayin MT-34L, der mit einer für Audioanwendungen absolut klassischen Röhrenbestückung – 2xECC 82 (12AU7) , 1x ECC 83 (12AX7), 2x EL34 – aufwartet.

Die Front des Cayin MT-34L mit glühenden Röhren

In puncto Ausstattung ist mit Blick auf die Röhrentechnik zunächst erwähnenswert, dass der Verstärker über gut zugängliche Messpunkte sowie entsprechende Stellschrauben verfügt, über die sich der Ruhestrom für die Röhren, auch Bias genannt, problemlos justieren lässt. Im normalen Betrieb gibt es hier nichts zu beachten, allerdings verschleißen die Röhren – ebenfalls eine ihrer Eigentümlichkeiten – nach einigen Jahren und müssen schließlich ausgetauscht werden. Dann ist eine Anpassung des Ruhestroms an die neuen Röhren unbedingt zu erledigen. Wenn keine ausreichenden Kenntnisse vorhanden sind, empfiehlt sich ein kurzer Stop beim Servicetechniker. Insgesamt zeichnet sich der kompakte Cayin MT-34L vor allem durch die Konzentration auf das Wesentliche aus. Hochwertige Bauteile, eine sauber verarbeitetes Innenleben und ein solides Gehäuse mit der stilvollen Holz-Front. Drei Quellen – CD, Aux 1 und Aux 2 – lassen sich via Cinch anschließen und über den rechten Schalter an der Front anwählen, linksseitig befindet sich der Lautstärkeregler. Lautsprecher können wahlweise an 4 oder 8 Ohm Ausgänge angeschlossen werden.

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Klangeindrücke

Im Falle der Aeromax 6 entschieden wir uns für die 8 Ohm Variante und los geht’s. Sofort füllt ein homogener und stimmiger Gesamtklang den Raum, der BMT von Cambridge Audio entfaltet eine breite Bühne, die Instrumente lassen sich klar und differenziert orten. Takt für Takt entwickelt sich ein warmes und äußerst musikalisches Klangbild, Effekthaschereien oder gar anstrengende Spitzen im Höhenbereich sucht man hier vergeblich. Obwohl es bei der Aeromax 6 nicht im strengen Sinne um einen Breitbandlautsprecher handelt, erinnert der Klang in Verbindung mit dem Cayin MT-34L durchaus an die klassische Kombination aus Breitbänder und Röhrenverstärker. Die Basswiedergabe ist satt und kräftig, gleichzeitig weder unsauber noch unverhältnismäßig betont. Dieser Sound funktioniert über Genregrenzen hinweg und macht durch sein gutes dynamisches Verhalten ungemein Spaß. Konzeptuell bedingt sind die Leistungsreserven weniger üppig als bei anderen Verstärken und maximale Kontrolle steht hier nicht an aller erster Stelle der Prioritätenliste. Diese Einschränkungen sind jedoch angesichts der enormen Spielfreude absolut zu verschmerzen.

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Schlussgedanken

Damit wäre an dieser Stelle alles Wichtige zu unserem HiFi-Bundle gesagt. Weitere Informationen und technische Daten finden Sie natürlich in unserem Online-Shop. Schließlich bleibt uns nur noch Sie ganz herzlich zu einer Hör-Session in unsere Vorführstudios einzuladen, sodass Sie sich selbst einen Eindruck von diesem äußerst musikalischen Duo machen können.

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch

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