Die Dali Opticon Serie in unserer Vorführung

Als Nachfolger der Ikon Serie hat der dänische Lautsprecher Hersteller Dali im Sommer dieses Jahres die neue Modellreihe Opticon vorgestellt, mit der von nun an die technischen und klanglichen Vorzüge der Oberklasse-Serien Epicon und Rubicon möglichst ohne Kompromisse in das mittlere Preissegment übersetzt werden sollen. Ob die Opticon Lautsprecher dieser Aufgabe tatsächlich gerecht werden, wollen wir an dieser Stelle einmal überprüfen.

Die Dali Opticon Serie bei HiFi im Hinterhof

Überblick

Mit insgesamt sieben Modellen, bestehend aus den Kompaktlautsprechern Opticon 1 und Opticon 2, den Standlautsprechern Opticon 5, Opticon 6 und Opticon 8 sowie den Heimkino-Spezialisten Opticon Vocal und Opticon LCR, schlägt die Serie quasi nahtlos die Brücke von den günstigeren Zensor- bis zu den großen Rubicon-Lautsprechern. Während Dali bei der Zensor-Linie jedoch noch konsequent auf den Einsatz des so markanten Hybrid-Hochtöners verzichtet, der bei den Rubicon-Modellen hingegen dann nicht mehr wegzudenken ist, wählt der Hersteller bei der neuen Serie den Mittelweg und stattet zumindest sämtliche Stand- und die Heimkino-Lautsprecher mit dieser Technologie aus. Darüber hinaus kommen natürlich die bewährten Tief- und Mitteltöner aus Holzfaser-Papier-Verbundstoff zum Einsatz, sodass es sich bei der Opticon Serie also zweifelsfrei um Lautsprecher in bester Dali Tradition handelt. In diesem Zusammenhang ist übrigens auch erwähnenswert, dass die gesamte Fertigung der Opticon Reihe in Dänemark erfolgt und ein Großteil der verwendeten Komponenten hausintern hergestellt wird.

Technik

Ohne auf alle technischen Details im Einzelnen eingehen zu wollen, möchten wir zumindest einige wesentliche Elemente des von Dali entwickelten Lautsprecher-Designs erwähnen. Zunächst wäre hier natürlich der bereits erwähnte Hybrid-Hochtöner, quasi das Markenzeichen von Dali, zu nennen. Die Kombination von Kalotten- und Bändchen-Tweeter verteilt die Arbeit im Hochtonbereich auf zwei Treiber und ermöglicht die Darstellung eines besonders weitreichenden Frequenzspektrums sowie eine besonders feine Auflösung. Zudem erlaubt es dieses Konzept, den Übergang von den oberen Mittenfrequenzen zu den Höhen äußerst gleichmäßig abzubilden. So setzt der Kalotten-Hochtöner bereits bei etwa 2000 Hz an und reicht bis oberhalb von 20 KHz, während der Bändchen-Treiber für Frequenzen ab 10 KHz verantwortlich ist und weit bis über die 30 KHz Grenze hinaus reicht. Des Weiteren gelingt es Dali mit dieser Konstruktionsweise einen breiten Sweetspot zu erzeugen, sodass Klangeinbußen in einem relativ großen Bereich um die optimale Hörposition herum kaum ein Thema sind.

Der Hybrid-Hochtöner der Dali Opticon 6

Nicht weniger raffiniert ist das Design der Tief-, Mittel- und Mitteltieftöner. Die Konusmembran der Treiber besteht wie bereits angesprochen aus einer speziellen Holzfaser-Papier Mixtur – Dalis vielfach erprobte Antwort auf die immer wiederkehrende Frage, wie man eine gleichzeitig leichte und für unerwünschte Resonanzen unanfällige Membran gestaltet. Darüber hinaus haben die Entwickler besonderes Augenmerk auf einen möglichst optimal agierenden Magnetantrieb gelegt. Innerhalb des ringförmigen Ferritmagneten arbeitet als Gegenstück ein Polstück aus sogenanntem „Soft Magnetic Compound“ (SMC), einem speziellen magnetischen Granulat, das zwar eine hervorragende magnetische Leitfähigkeit, aber eine geringe elektrische Leitfähigkeit besitzt. Dadurch wird unter anderem sogenannten Wirbelströmen erfolgreich entgegen gewirkt, die mit zunehmender Geschwindigkeit der Membranauslenkung entstehen und durch ihre Bremswirkung auf die Bewegung der Schwingspule sowie die daraus resultierende, erhöhte Wärmeentwicklung zu unerwünschten Verzerrungen des wiedergeben Signals führen würden. Zudem werden die Treiber-Systeme natürlich hinsichtlich ihres konkreten Anwendungsgebietes abgestimmt. Da sich die Opticon Serie aus doch sehr unterschiedlichen Modellen zusammensetzt, bedarf es sowohl einer Anpassung der Treibergrößen als auch ihrer Funktionsbereiche als Tief-, Mittel- oder Mitteltieftöner.

Tief-bzw. Tiefmitteltöner bei Opticon 2 und Opticon 6

Abschließend wollen wir noch ein paar Worte über das Gehäusedesign verlieren. Das Entwicklerteam legt hier besonderen Wert auf eine stabile Konstruktion, die etwa bei den Standlautsprechern durch sorgfältig positionierte Verstrebungen im Inneren des Gehäuses erreicht wird, ohne jedoch die natürlicherweise vorkommenden Luftbewegungen innerhalb des Lautsprechers negativ zu beeinflussen. Die konsequente Umsetzung dieses Ideals findet ihren Ausdruck beispielsweise auch in den Fräsungen für die Mittel- und Tieftontreiber im Gehäuse, die durch gezielte Aussparungen zwischen den Schraubbefestigungen den ungehinderten Luftstrom hinter den Chassis begünstigen.

Dali Opticon 2 und Opticon 6 aus der Rückansicht

Das Anschlussterminal der Dali Opticon 6

Einschätzung

Insgesamt hat uns die Qualität der Opticon Reihe sowohl hinsichtlich der klanglichen Eigenschaften als auch in puncto Verarbeitung überzeugt und alle Modelle haben definitiv ihre Daseinberechtigung. Die Abstimmung der einzelnen Lautsprecher ist ausgezeichnet und sie alle liefern in Kombination mit einer passenden Audiokette ein edel tönendes, ausgewogenes Klangbild. Effekthascherei durch künstliche Frequenzanhebungen im Höhen- oder Bassbereich hat die Opticon Serie überhaupt nicht nötig. Es fällt auf, dass die vermeintlich „kleine“ Opticon 2 bereits relativ erwachsen spielt und deshalb im Regal oder direkt an der Wand eher Fehl am Platz ist. Stattdessen empfiehlt es sich zwei Stative zu verwenden und dann eine günstige Aufstellung mit angemessenem Wandabstand entsprechend der räumlichen Gegebenheiten zu finden. Sehr gut gefällt uns auch die Opticon 6 als spielfreudiger und ausgewogener Standlautsprecher im Kompaktformat. Um auch größere Räume mit Klang zu füllen, ist schließlich das Spitzenmodell Opticon 8 das Mittel der Wahl.

Das kleinste Modell: Die Dali Opticon 1

Fazit

Mission erfüllt. Die neue Mittelklasse im Portfolio des dänischen Herstellers Dali gewinnt Ohr und Herz des Hörers durch eine gelungene klangliche Abstimmung und die einwandfreie Verarbeitung. Dank des breiten Spektrums verschiedener Modelle funktioniert die Opticon Serie in ganz unterschiedlichen Szenarien sowohl im HiFi- als auch im Heimkino-Bereich und bietet aufgrund der fairen Kalkulation extrem viel Sound zu einem absolut vernünftigen Preis.

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch

Kommentare (6) Schreibe einen Kommentar

  1. Danke für den Bericht, über die Opticon liest man aktuell noch nicht sooo viel im Netz. Ich konnte die Opticon 2 Probe hören und war sehr angetan. Möglicherweise wird sie in naher Zukunft meine zwei NuWave 85 (Vorgänger der NuLine-Serie) als Front ersetzen.

  2. Hallo Dirk,

    vielen Dank für den Kommentar und viel Spaß beim Musikhören – möglicherweise demnächst mit der Opticon 2. 🙂

    Viele Grüße
    Florian

  3. Hallo.
    Ich würde die Opticon 2 gerne in meinem Regal haben….. Aus platzgründen müsste ich sie legen.
    Geht das ohne Qualitätsverlust?
    Vorab schon Danke und freundliche Grüße
    Jürgen

  4. Die Boxen strahlen liegend anders ab -> Sie sollten dann mit der Front soweit bündig im Regal wie möglich liegen und (widerspricht dem eigentlich) auf den Hörplatz angewinkelt werden. Dann geht es.

  5. Habe bei euch die Dali Opticon 5 vor 6 Wochen gekauft,übrigens nach einer sehr guten Beratung von Robert,wollte eigentlich die KEF LS50 haben, jetzt nach 6Wochen muss ich sagen alles richtig gemacht.
    Gruß
    Thomas

  6. Hey Thomas,

    vielen Dank für deine Nachricht. Freut uns sehr, dass du zufrieden bist!

    Viel Spaß beim Musik hören und viele Grüße
    Florian

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.