Denon HEOS – Das Multiroom-System im Überblick

Seit der Markteinführung des Multiroom-Systems HEOS im August 2014 hat sich Denon als einer der wichtigsten Anbieter in diesem Produktsegment etabliert. Ein Grund für den Erfolg von HEOS ist sicherlich die kontinuierliche Produktpflege – die Hardware liegt inzwischen in der zweiten Generation vor und regelmäßige Software-Aktualisierungen sind eine Selbstverständlichkeit. In diesem Artikel fassen wir den aktuellen Stand der Dinge zusammen und erkunden das Potenzial der einzelnen Komponenten.

Denon HEOS in unserer Vorführung

Die Idee

Bevor wir ins Detail gehen, wollen wir für alle Neueinsteiger das generelle Konzept von Denons Multiroom-System noch einmal kurz zusammenfassen: Im Prinzip geht es darum Musik von einer oder mehreren Quellen über das Netzwerk in einen oder mehrere Räume zu streamen und über die HEOS-Lautsprecher, eine bereits vorhandene Stereoanlage oder auch über einen AV-Receiver wiederzugeben. Die Steuerung erfolgt dabei zentral über die HEOS App (iOS/Android/Fire OS). Entsprechend der Reihenfolge dieser knappen Zusammenfassung werden wir uns nun die einzelnen Aspekte genauer ansehen.

Quellen

Zunächst lassen sich drei unterschiedliche Arten von Quellen unterscheiden: In die erste Kategorie fallen die unterstützten Online-Streaming Anbieter Spotify, Deezer, Tidal, Napster und Soundcloud sowie die Internet-Radio- und Podcast-Plattform TuneIn und das hauptsächlich für Unternehmen interessante Portal Mood:Mix. Zudem lassen sich natürlich auch lokal gespeicherte Musikdateien in ein HEOS-System einbinden. Diese können sich beispielsweise auf einem Smartphone oder Tablet, auf einem USB-Stick oder einem Computer, NAS (Network Attached Storage) oder einem speziellen Musikserver befinden – es ist lediglich auf DLNA-Kompatibilität zu achten. Seit dem Hardware-Upgrade im Frühjahr – die Geräte sind entsprechend mit dem Kürzel „HS2“ gekennzeichnet – werden auch hoch auflösende Formate (WAV, FLAC, ALAC bis maximal 192 kHz / 24 Bit, DSD 2,8 und 5,6 MHz) sowie die drahtlose Bluetooth-Übertragung unterstützt. Zusätzlich ist es auch möglich Signale von einem CD-Spieler, TV-Gerät oder Plattenspieler in ein HEOS-Netzwerk einzuspeisen und auf die verbundenen Wiedergabesysteme zu verteilen.

HEOS-Lautsprecher

Wenden wir uns nun den insgesamt zehn HEOS-Komponenten zu. Zunächst bietet Denon insgesamt vier unterschiedliche HEOS-Lautsprecher an, die allesamt als Aktivlautsprecher konzipiert sind – die Verstärkerstufe ist also bereits in das Gehäuse integriert und exakt auf das Lautsprechersystem abgestimmt. Da die Modelle verschiedene Raumgrößen und Nutzungsszenarien bedienen, gibt es natürlich hinsichtlich Größe und des Treiberkonzept einige Unterschiede. So verfügen die beiden großen Lautsprecher HEOS 7 und HEOS 5 über fünf beziehungsweise vier Treiber und zwei beziehungsweise eine Passivmembran – letztere verbessern bei kleinen Lautsprechersystemen ähnlich einem Bassreflexkanal die Bass-Performance – und sind somit durchaus in der Lage auch mittelgroße Räume überzeugend zu bespielen. Bei den beiden kleineren Modellen HEOS 3 und HEOS 1 sind hier im direkten Vergleich gewisse Abstriche aufgrund der Größe natürlich unvermeidlich. Trotzdem klingen der HEOS 3, der sich übrigens mit seinen zwei Vollbereichslautsprecher auch vertikal aufstellen lässt und der HEOS 1 mit einem Zwei-Wege-System im Rahmen der Möglichkeiten wirklich gut.

Die Denon HEOS Lautsprecher HEOS 1, HEOS 3, HEOS 5 und HEOS 7

Hinsichtlich des Funktionsumfangs sind die Modelle quasi identisch. Jeweils zwei Geräte lassen sich zu einem Stereopaar verbinden und erzeugen bei entsprechender Aufstellung eine überzeugende Stereobühne. Darüber hinaus verfügen sämtliche HEOS-Lautsprecher über rudimentäre Anschlussmöglichkeiten: Dazu gehören eine Ethernet-Buchse für den Fall eine Drahtlosverbindung nicht in Frage kommt, ein analoger Aux-Eingang im 3,5 mm Miniklinkenformat sowie eine USB-Buchse. Besonders hervorzuheben ist der exklusiv beim HEOS 7 verbaute Kopfhörereingang sowie die Möglichkeit den HEOS 1 dank des Akkumoduls HEOS GoPack vollständig kabellos zu betreiben. In Verbindung mit der Bluetooth-Funktionalität wird der HEOS 1 so zum mobilen Wiedergabesystem für unterwegs. Des Weiteren haben die Entwickler speziell bei diesem Modell Wert auf eine relative Unempfindlichkeit gegenüber Feuchtigkeit gelegt, sodass sich der kleineste HEOS-Lautsprecher auch im Badezimmer nutzen lässt.

Denon HEOS 1, das HEOS GoPack und der HEOS 3 horizontal aufgestellt

HEOS Link, HEOS Amp und HEOS Drive

Neben den Lautsprechern, existieren in der HEOS-Welt zwei Geräte namens HEOS Link und HEOS Amp, die ganz allgemein gesprochen die Einbindung anderer HiFi-Komponenten in ein HEOS-System erlauben. Bei ersterem handelt es sich im Prinzip um einen kompakten Vorverstärker, der einerseits speziell für den Empfang innerhalb eines HEOS-Netzwerkes konzipiert wurde und andererseits dank diverser Ein- und Ausgänge als Schnittstelle zu anderen Geräten fungiert. Im Einzelnen stehen ein analoger Pre-Out sowie ein Subwoofer-Ausgang im Cinch-Format zur Verfügung – hier lässt sich beispielsweise direkt ein Leistungsverstärker und bei Bedarf zusätzlich ein aktiver Subwoofer ansteuern. Die digitalen Anschlüsse – Koaxial und TOSLINK – umgehen im Gegensatz dazu die interne D/A-Wandlung und senden das Signal etwa an einen externen Digital-Analog-Wandler. Ähnlich wie die HEOS-Lautsprecher bietet auch der HEOS Link diverse Zuspielmöglichkeiten, diese fallen hier allerdings etwas umfangreicher aus: Neben Aux-Eingang, USB-Buchse und Ethernet-Buchse gibt es zusätzlich einen Cinch-Eingang und einen digitalen Eingang im TOSLINK-Format.

Der HEOS Amp ist eingangsseitig absolut identisch, besitzt allerdings – wie der Name bereits andeutet – über einen integrierten Leistungsverstärker (2 x 70 Watt an 8 Ohm) und somit das obligatorische Terminal zum Anschluss passiver Lautsprecher. Ergänzend kann auch hier ein aktiver Subwoofer angeschlossen werden.

HEOS Link und HEOS Amp integrieren bereits vorhandene HiFi-Komponenten in das HEOS Universum

Abschließend seien an dieser Stelle noch kurz HEOS Extend und HEOS Drive erwähnt. Bei letzterem handelt es sich um ein speziell für professionelle bzw. benutzerdefinierte Installationen entwickelte Lösung im Rack-Format, die vier separat steuerbare Verstärkereinheiten besitzt und beispielsweise auch in eine komplexere Haussteuerung integriert werden kann. HEOS Extend sorgt gegebenenfalls als Netzwerk-Verstärker für ein stabiles Signal über größere Distanzen.

AV-Lösungen von HEOS

Nachdem wir alle HiFi-relevanten HEOS-Komponenten vorgestellt haben, widmen wir uns nun noch den AV-Lösungen aus dem HEOS-Universum. Hier wäre zunächst das HEOS HomeCinema Bundle zu nennen, das aus einer klassischen Stereo-Soundbar und einem passend abgestimmten Subwoofer besteht. Abgesehen von den HDMI-Schnittstellen (Eingang und Ausgang, inklusive HDCP 2.2) unterscheiden sich die Anschlüsse nicht wesentlich von den bereits genannten Geräten und selbstverständlich fügt sich auch das HomeCinema Bundle ohne Einschränkungen in ein komplexeres HEOS-System ein.

Das HEOS HomeCinema Bundle

Selbiges gilt außerdem für eine ganze Reihe von Denon AV-Receivern, die entweder bereits ab Werk mit der HEOS-Technologie ausgestattet sind oder sich nachträglich via HEOS Link aufrüsten lassen. In die erste Kategorie fallen der AVR-X4300H sowie der AVR-X6300H, zu der zweiten Gruppe zählen die Modelle AVR-X1300W, AVR-X2300W, AVR-X3300W und der AVR-X7200WA. Darüber hinaus besitzt auch der aktuelle Marantz AV-Receiver SR7011 ein integriertes HEOS-Modul.

Die HEOS App

Nachdem wir nun alle Geräte aus dem HEOS-Universum vorgestellt haben, werfen wir abschließend noch einen Blick auf die HEOS App. Diese ist wie eingangs erwähnt für die Betriebssysteme iOS, Android und Fire OS verfügbar und die zentrale Steuersoftware für alle in einem Netzwerk genutzten HEOS-Komponenten. Von hier aus lassen sich sämtliche Streaming-Anbieter sowie lokalen Speichermedien und analogen Eingänge verwalten, die Musikdaten verschiedener Quellen (auch gleichzeitig) auf einzelne Räume oder auch Gruppen von mehreren Räumen verteilen und individuelle Playlisten und Einstellungen hinterlegen – dank speicherbarer Nutzerprofile auch für mehrere Personen. Insgesamt können 32 HEOS-Wiedergabesysteme gleichzeitig gesteuert werden, die sich zudem in Gruppen mit jeweils maximal acht Systemen zusammenfassen lassen. Weitere Funktionen wie der jederzeit über die Wiedergabesteuerung zugängliche Equalizer, die erwähnte Stereo-Kopplung zweier Lautsprecher oder die Möglichkeit Quellen im Menü individuell zu sortieren unterstreichen das durchdachte Bedienkonzept.

Ein Blick in unsere HEOS App: Verschiedene HEOS Lautsprecher und ein AVR-X4300H sind aktuell eingebunden

Schlussgedanken

HEOS von Denon ist absolut zurecht eines der aktuell gefragtesten Multiroom-Systeme. Trotz der kompakten Abmessungen klingen alle Lautsprecher sehr gut – das ist in dieser Geräteklasse nicht immer selbstverständlich – und die App sorgt für eine komfortable und verzögerungsfreie Handhabung. Funktionen wie die High Resolution Wiedergabe, die konsequente Bluetooth-Unterstützung oder der mobile und in Grenzen feuchtigkeitsbeständige HEOS 1 erweitern sinnvoll die Anwendungsmöglichkeiten und runden den ohnehin guten Eindruck ab.

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch

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