Schlüsselbegriffe der Raumakustik

Beschreiben Sie den Raum, in dem Sie sich gerade befinden. Selbst Musikliebhaber und Klangversessene würde beim Lösen dieser Aufgabe vermutlich mit dem Sichtbaren beginnen. Dass Räume aber immer auch ihren eigenen Sound haben, dringt dagegen nur selten in unser Bewusstsein. Etwa dann, wenn die Musik im Konzertsaal uns mitreißt, oder der Bass der Stereoanlage nach dem Umzug auf einmal undefiniert dröhnt. Möglicherweise hatten Sie auch schon mal das Vergnügen an einer lebhaften Diskussion in einem quadratischen und noch dazu gläsernen Besprechungsraum teilzunehmen? Warum das an den Nerven zehrt und nach welchen Gesetzmäßigkeiten Räume sonst auf Klang reagieren, erfahren Sie in unserem Artikel zu einigen Schlüsselbegriffen in der Raumakustik.

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Raumakustik on Tour: Bonn/Berlin – Jetzt kostenlosen Vor-Ort Termin vereinbaren

Kennen Sie das? Die Anlage steht. Die Lautsprecher sind verkabelt. Alle Komponenten wurden sorgfältig ausgewählt. Und trotzdem will sich das Gefühl von Zufriedenheit nicht so recht einstellen. Möglicherweise ist es an der Zeit über den Rand der Stereoanlage hinauszublicken und da befindet er sich: der Raum mit seinen akustischen Eigenschaften.

 

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Neu bei HiFi-im-Hinterhof: Audyssey Professional

Audyssey_Pro_bearbeitet-1Die meisten aktuellen Surround-Receiver verfügen über eine Einstell-Automatik. Dazu wird ein im Lieferumfang befindliches Mikrophon am Receiver eingesteckt und auf den Hörplatz gestellt. Mittels Test-Tönen, welche über die Lautsprecher wiedergegeben werden, erkennt der Receiver die klanglichen Eigenschaften von Lautsprechern und Raum. Das Hauptziel des Einmess-Vorganges ist das Erwirken einer möglichst guten Klangqualität. Dazu werden komplexe Filter im jeweiligen A/V-Receiver so eingestellt, dass durch Lautsprecher und Raum verursachte Fehler im Klangbild möglichst ausgeglichen werden.

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Anti-Mode 8033 Cinema

Automatische Raumkorrektur ist endlich Realität!

Raumresonanzen bzw. stehende Wellen, wie sie in jedem Raum entstehen, verhindern den optimalen Einsatz selbst der besten HiFi Anlagen bzw. deren Subwoofer. Ohne Korrektur­maßnahmen leidet man unter aufgebauschtem, waberndem Bass, es „dröhnt“, man hört u.U. nur einen Teil der im Musiksignal wiedergegebenen Frequenzen. Diese Resonanzen werden besonders in den Eckenpositionen angeregt, ein Standplatz, der jedoch für Tiefbass-Schallquellen geeignet ist, um eine gute bzw. gleichmäßige Schallverteilung im Raum zu gewährleisten.
Die Anti-Mode 8033 Technologie (TM) eliminiert diese akustische Raumresonanzen, indem sowohl die Amplitude als auch das Phasenverhalten (die Zeitebene der Resonanzen zueinander) der störenden Frequenzen vollautomatisch mit präzisen, kundenspezifischen Filtern angeglichen werden.

Raumakustik und die Hilfsmittel

Raumakustik-Analyse mit RoomTools

Eine gute Raumakustik ist für das optimale Hörvergnügen unverzichtbar. Da das Thema sehr komplex ist haben wir uns dazu entschieden, unser Wissen auf diesem Gebiet zu erweitern und wieder auf den aktuellen Stand der Technik zu kommen.
Dazu hatten wir Stefan Köpf von Ascendo zu Besuch, welcher uns zwei Tage lang die Arbeit mit dem mächtigen Analysetool Room-Tools vermittelt hat.

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Raummoden – Optimierung der Tieftonwiedergabe

Manchmal klingt der Bass der Standboxen einfach nicht so, wie man sich das erhofft hatte. Daraufhin werden gerne andere Lautsprecherkabel und Stromkabel getestet, Raumtuning-Maßnahmen kommen zum Einsatz oder es werden sogar direkt die Boxen gewechselt.

Dabei wird oftmals vernachlässigt, dass die richtige Aufstellung der Lautsprecher und ein vernünftig gewählter Hörplatz einen noch deutlicheren Effekt auf die Klangqualität haben, als viele Tuningmaßnamen. Versuchen Sie am besten zuerst, die Position der Lautsprecher und des Hörplatzes zu optimieren, bevor Sie sich weiterem Feintuning zuwenden. Denn nur eine optimal aufgestellte Anlage ist in der Lage, die klanglichen Vorteile weiterer Maßnahmen hörbar zu machen.

Während man im Mitten- und Hochton-Bereich der Lautsprecher durch einfache Mittel wie ein Eindrehen der Lautsprecher oder einen Teppichboden massive Klangverbesserungen herbeiführen kann, hängt die Qualität der Basswiedergabe fast ausschließlich von den Raumabmessungen, sowie der richtigen Platzierung von Boxen und Hörplatz ab. Die Hauptursache dafür ist, dass HiFi-Lautsprechern den Tiefbassanteil (unterhalb 100Hz) kugelförmig abstrahlen. Während der Mitten- und Hochtonbereich mehr oder weniger Zielgerichtet nach vorne abgestrahlt wird, verteilt sich der Bass wahllos in alle Richtungen. Also auch zur Rückwand, den Seitenwänden, Zimmerdecke und Boden. Die Schallwellen werden immer wieder von den Wänden reflektiert, diese „stehenden Wellen“ (Raummoden) stören massiv das Klangbild. Manche Basstöne werden dadurch deutlich zu laut wiedergegeben, andere werden komplett ausgelöscht. Dummerweise lassen sich tiefe Basstöne auch nicht mittels Teppichböden oder einfachen Schaumstoff-Absorbern bekämpfen. Da sich das Phänomän der Raummoden jedoch an jedem Punkt im Raum anders auswirkt, gibt es Möglichkeiten, die Raummoden durch geschickte Aufstellung der Boxne in den Griff zu bekommen. Sollten sie Probleme mit einem zu kräftigen oder zu schwachen Bass haben, sollten Sie daher zuerst einmal mit ihrem Sessel durch den Raum „wandern“ und an unterschiedlichen Stellen Musik- oder Basstöne hören.

Dabei werden Sie feststellen, dass sich der Bass an jedem Hörplatz unterscheidet. Oftmals ist in der Raummitte weniger Bass wahrnehmbar, in Wandnähe dagegen wird der Tiefton immer lauter. Selbiger Effekt lässt sich auch durch ein Verrücken der Lautsprecher erziehlen: Stehen die Boxen wandnah, wird der Bass lauter aber unpräziser. Je weiter man die Boxen von den Wänden entfernt aufstellt, desto präziser und schlanker wird der Bassbereich. Im Idealfall finden Sie eine Aufstellmöglichkeit und eine Hörposition, in welcher Ihr Raum die Boxen unterstützt, statt sie zu stören. Perfekt aufgestellt spielt eine Box in einem guten Hörraum voller und kräftiger auf, als im Schalltoten Raum.

Als Hilfsmittel zur Berechnung der Frequenzen, an denen die Raummoden auftreten, können sie z.B. den Raummodenrechner Als Hilfsmittel zur Berechnung der Frequenzen, an denen die Raummoden auftreten, können sie z.B. den Raummodenrechner von Dr. J. Hunecke einsetzen Hunecke Raummodenrechner Externer Link.

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Auf dem linken Bild sehen Sie die Längsmoden erster Ordnung: Am vorderen und hinteren Raumende kommt es bei ca. 31 Hz zu einer kräftigen Bassüberhöhung. Das rechte Bild zeigt die Quermoden erster Ordnung bei ca. 50 Hz. auf. Idealerweise befindet sich ihr Hörplatz in einem Bereich, welcher weitestgehend von Raummoden verschont wird.

Aufstellungstipps für die optimale Stereobühne

Bei einer guten Stereowiedergabe scheint die Musik völlig von den Lautsprechern losgelöst zu sein. Die Töne kommen von überall, die Boxen werden vom Gehör gar nicht mehr als Schallquellen wahrgenommen. Viele Musikhörer kennen das Erlebnis vom Besuch einer guten HiFi-Vorführung. Der HiFi-Händler hat die Boxen perfekt aufgestellt und zudem den Raum mittels akustischen Absorbern optimiert. Daheim klingt die Musik dagegen oftmals weit weniger aufregend: Entweder bauen die Lautsprecher gar keine Räumlicheit auf, die Musik „klebt“ förmlich an den Lautsprechern, oder aber die Wiedergabe erscheint sehr diffus, die Musiker haben keinen festen Platz auf der akustischen Bühne.

Da die meisten Stereoanlagen in Wohnzimmern stehen, welche aus optischen und finanziellen Gründen nicht mit Schallabsorbern ausgestattet werden sollen, ist die professionelle Ausstattung mit Raumakustik-Elementen in der Regel keine Option. In den meisten Fällen lässt sich das Hörerlebnis dennoch mit wenigen Handgriffen deutlich verbessern.

Den größten Einfluss auf die Klangqualität hat die Aufstellung der Lautsprecher. Nur bei einer guten Aufstellung der Boxen und einem geeigneten Hörplatz können Sie erleben, was ihre Stereoanlage unter optimalen Bedingungen zu leisten vermag. Um eine möglichst präzise Stereoabbildung zu erhalten, sollten die Schallreflektionen durch die Seitenwände minimert werden. Dazu stellen Sie die Lautsprecher am besten mit einigem Abstand zu den Seitenwänden auf. Insbesondere wenn Sie die Boxen aufgrund der räumlichen Gegebenheiten recht nah an den Seitenwänden aufstellen müssen, sollten Sie die Boxen zusätzlich auf ihren Hörplatz eindrehen. Über den Wandabstand und den  Grad des eindrehens können Sie bestimmen, wieviel indirekten Schall sie über die Wandreflektionen an ihrem Hörplatz erhalten. Je weniger Diffusschall auf ihrem Hörplatz ankommt, desto „stabiler“ wird die Stereowiedergabe. Der Sänger erscheint bei einer guten Aufname genau mittig zwischen den Boxen, die Musiker bekommen feste Plätze um den Musiker herum. Je mehr Diffusschall auf ihrem Hörplatz ankommt, desto räumlicher erscheint die Wiedergabe. Allerdings lassen sich einzelnen Musiker im klanglichen Geschehen weniger deutlich orten. Testen Sie daher ausgiebig, wie ihnen die Wiedergabe ihrer Lautsprecher am besten gefällt. Neben den Reflektionen durch die Seitenwände, erreichen auch Reflektionen über die Rückwand ihren Hörplatz. Um die rückwärtigen Schallreflektionen zu minimieren eignen sich z.B. Bücherregale ausgezeichnet.

Aufstellung Lautsprecher Wandreflektionen

Aber nicht nur die Seitenwände  und die Rückwand reflektieren den Schall und stören dadurch das Klangbild – auch der Boden wirkt wie ein akustischer Spiegel, welcher die Stereowiedergabe stört. Deshalb werden Sie in allen guten Hörraumen Teppichböden vorfinden. Diese absorbieren einen Teil der Bodenreflektionen, der verbleibende Schall wird bei einem weichen Teppich diffus reflektiert, so dass nur ein kleiner Teil am Hörplatz ankommt. Mittels einer auf dem Fußboden zwischen Hörplatz und Box ausgebreiteten Wolldecke  können Sie selbst testen, ob in Ihrem Hörraum ein Teppichoden einen für Sie hörbaren Vorteil bringt.

Lautsprecher Bodenreflektionen