Cambridge CXU – Mehr als nur ein Blu-ray Player

Mit der Einführung des HiFi-Segments der CX-Serie in diesem Frühjahr und der anschließenden Erweiterung der Produktlinie um die beiden AV-Receiver CXR 120 und CXR 200 im Herbst ist es Cambridge Audio dieses Jahr bereits zwei Mal gelungen, modernste Technik und bemerkenswerte klangliche Eigenschaften in schlüssige Produktkonzepte zu gießen. Ganz in diesem Sinne präsentiert sich nun auch der dritte und vorerst letzte Streich der Reihe, offiziell als Blu-ray Player deklariert, wobei das „U“ für „Universal“ im Namen des Cambridge CXU bereits andeutet, dass es hier noch einiges mehr zu entdecken gibt.

Cambridge CXU mit seinem HiFi-Kollegen CX A60 in unserer Vorführung

Ein Multitalent …

In der Tat handelt es sich bei dem CXU regelrecht um ein audiovisuelles Chamäleon, das neben dem Abspielen diverser Silberscheiben eine ganze Reihe weiterer Zuspieloptionen bietet, zudem eine enorme Bandbreite unterschiedlicher Formate unterstützt und dank cleverer Features und der großzügigen Ausstattung mit den verschiedensten Ein- und Ausgängen wesentlich vielfältiger als ein herkömmlicher 08/15 Blu-ray Spieler ist. So versteht sich beispielsweise das Laufwerk – übrigens ein sehr hochwertiges Exemplar, das beim Öffnen und Schließen gleichmäßig dahin gleitet, um anschließend mit einem kaum hörbaren Flüstern den Betrieb aufzunehmen – nicht nur auf die üblichen Varianten der Blu-ray Disc und die inzwischen etwas in die Jahre gekommenen DVDs, sondern liest bereitwillig auch ausgefallene Scheiben von der DSD kodierten SACD über die HDCD bis hin zur DVD-A.

Darüber hinaus lassen sich via USB (3x inklusive Aufladefunktion), HDMI (1x mit MHL, 1x ohne MHL) und sogar über das Netzwerk – kabelgebunden oder per Wireless-Verbindung – Video- und Audiodaten in das System des CXU einspeisen; für letztere stehen des Weiteren ein digitaler S/PDIF- sowie ein optischer TOSLINK-Eingang zur Verfügung. Im Hinblick auf die Formatkompatibilität entpuppt sich der Cambridge Player wie schon bei der Unterstützung verschiedener Silberlinge als angenehm unkomplizierter Zeitgenosse. Der CXU gibt im Videobereich fast alles wieder, solange es sich um Full HD Material handelt, Audiodaten werden in diversen Kodierungen bis zu einer Auflösung von 192 kHz / 24 Bit in Stereo und Surround akzeptiert und per internem Upsampling inklusive Jitter-Korrektur aufbereitet.

USB- und HDMI-Anschluss auf der Front des Cambridge CXU

Nun ist sicherlich die Frage gestattet, warum man bei der Zuspielung digitaler Musik- und Videodaten unbedingt den Umweg über den CXU wählen sollte. Tatsächlich gibt es dafür gleich mehrere gute Gründe: Beispielsweise profitieren Videosignale, die den HDMI 1 Ausgang passieren von verschiedenen bildverbessernden Maßnahmen – unter anderem verleiht der bekannte „DARBEE Visual Presence“ Algorithmus den Bildern durch wirkungsvolles Nachschärfen zusätzliche Tiefe. Hinsichtlich der Audiowiedergabe wurde das effektive Upsampling ja bereits angesprochen, außerdem darf der CXU aufgrund der hochwertigen Wolfson WM8740 Wandler durchaus auch als audiophiler Digital-Analog-Konverter in Betracht gezogen werden. Nachdem die Tonsignale sorgfältig in die analoge Domäne überführt worden sind, stehen sie, je nachdem ob es sich um eine Surround- oder Stereomischung handelt, entweder an acht Cinch-Ausgängen (maximal 7.1 Kanäle) oder an einem dezidierten Stereo-Ausgang zur Verfügung und können von dort aus auf analogem Weg etwa an einen AV-Receiver, Aktivlautsprecher oder einen Leistungsverstärker weitergegeben werden. Für jeweils zwei Kanäle ist übrigens immer ein eigener Wandlerchip zuständig, insgesamt sorgen also fünf Wolfson WM8740 im CXU für erstklassig gewandelte Signale.

Anschlüsse für alle Eventualitäten - das Terminal des Cambridge CXU

Abschließend sei der Vollständigkeit halber auch noch der zweite HDMI-Ausgang, der allerdings ohne weiteres Video-Processing auskommen muss, sowie die zwei digitalen Audio-Outputs im S/PDIF- beziehungsweise TOSLINK-Format erwähnt, die das ohnehin beeindruckende Funktionsangebot abrunden.

… mit minimalen Schwächen

Ein paar Dinge beherrscht der CXU tatsächlich nicht oder besser gesagt nicht ganz so perfekt, wie man es sich wünschen würde beziehungsweise von entsprechenden Spezialgeräten kennt. Die Netzwerkfähigkeiten sind leider etwas begrenzt, es gibt keine native App als verbindendes Element zwischen Netzwerk und Player und auf die direkte Implementierung verschiedener Online-Dienste sowohl aus dem Audio- (Spotify etc.) als auch aus dem Videobereich (Netlix, Amazon Video, …) wurde verzichtet. Es ist allerdings durchaus möglich zum Beispiel über das UPnP- bzw. DLNA-Protokoll die lokale Medienbibliothek unter Zuhilfenahme von Drittanbieter-Anwendungen vom Computer oder Mobilgerät auf den CXU zu streamen. Des Weiteren vermag es der Cambridge Player nicht das DSD-Format zu verarbeiten, sofern es nicht direkt von einer SACD Disk ausgelesen wird. Angesichts der ansonsten umfangreichen Features schmälern diese Kritikpunkte den Gesamteindruck allerdings kaum.

Verarbeitung

Anlass zur Freude bietet auch die Verarbeitung des Cambridge CXU. Nicht nur das Laufwerk, sondern auch das solide Metallgehäuse, die präzise arbeitenden Taster und die festsitzenden Anschlüsse strahlen eine hohe Wertigkeit aus. Sogar die Fernbedienung verdient eine positive Erwähnung. Die gummierte Rückseite schmeichelt der Hand, die Taster verfügen über einen guten Druckpunkt und die Reaktionszeit ist angenehm kurz. Das Display ist gut lesbar und versorgt den Nutzer mit den wichtigsten Informationen, fällt aber insgesamt eher rudimentär aus. Das Anzeigen der jeweils aktuell abgespielten Samplerate wäre zum Beispiel eine nette Ergänzung gewesen, andererseits lässt sich das Fehlen solcher Extras in der Praxis durchaus verschmerzen.

Ist nicht nur gut verarbeitet, klingt auch erstklassig: Der Cambridge CXU

Bild und Ton

Praxis ist ein gutes Stichwort – wir wollen natürlich noch ein paar Worte zu der Performance des CXU verlieren. Schnell wird klar, dass Cambridge sich auch in diesem Bereich quasi keine Schwächen erlaubt. Blu-ray Bilder werden gestochen scharf dargestellt und die jeweilige Bildgestaltung, egal ob es sich um eher knalliges Popcorn-Kino oder atmosphärische und kunstvolle Inszenierungen handelt, kommt optimal zur Geltung. Die etwas angestaubte DVD profitiert ebenfalls von den Qualitäten des CXU, trotz der veralteten Technologie und der geringeren Auflösung wirken die Bilder ruhig, detailreich und plastisch. Insbesondere in Anbetracht dieser guten Vorleistung empfiehlt es sich den „DARBEE Visual Presence“ wohldosiert anzuwenden, da ein allzu starker Eingriff das Bild unter Umständen auch verschlimmbessern kann.

Der positive Eindruck setzt sich auch auf der akustischen Ebene fort, ohne Zweifel profitiert der CXU von der langjährigen Erfahrung des Cambridge Audio Teams im HiFi-Bereich. Sowohl an den Multi-Kanal-Ausgängen als auch an dem Stereo-Ausgang lassen sich hervorragend gewandelte Signale abgreifen, die in Kombination mit einem passenden Verstärker für druckvollen, präzise gezeichneten und transparenten Sound sorgen. Digitale Signale via HDMI, S/PDIF oder TOSLINK werden ebenfalls einwandfrei weitergeleitet, in diesem Fall findet die Wandlung natürlich erst in einer nachfolgenden Komponenten der Übertragungskette statt.

Der Cambridge CXU ist ein hervorragender Multi-Funktions-Player

Fazit

Der Cambridge CXU empfiehlt sich mit Ausrufezeichen sowohl als flexible Medienzentrale im Heimkinobereich wie auch als audiophiler Multi-Format-Player. Sofern man mit der Tatsache leben kann, dass Full HD Inhalte nach oben hin die Grenze des Machbaren definieren und sich der oben genannten, aus unserer Sicht aber eher marginalen Kritikpunkte bewusst ist, kann man mit dem Cambridge CXU eigentlich kaum etwas verkehrt machen. Sicherlich ist der Player im Vergleich zu so manchem Konkurrenten nicht gerade günstig, in Anbetracht des gebotenen Gegenwertes ist der Preis aber absolut gerechtfertigt.

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