Auralic Vega G2 – Streaming DAC mit Referenzanspruch

Auralic genießt sowohl beim Streaming als auch in Sachen D/A-Wandlung seit Jahren einen hervorragenden Ruf in der HiFi-Welt. Mit dem neuen Vega G2 tritt das Team um Xuanqian Wang und Yuan Wan nun an, diesen nochmal auf ein neues Level zu heben. Was der aufwändig konzipierte Streaming DAC zu bieten hat, klären wir in unserem Überblick.

Der Auralic Vega G2 bei HiFi im Hinterhof

Generalüberholtes Design

Der wohl auffälligste Unterschied im Vergleich zu allen vorangegangenen Geräten aus dem Hause Auralic ist das vollständig überarbeitete Gehäusedesign. Anstatt des typischen Silbergrau kommt der Vega G2 in stilvollem Anthrazit, der Corpus wird außerdem komplett aus einem Aluminium-Block geschnitten. Dadurch wirkt das Gerät insgesamt noch sauberer gearbeitet und ein gutes Stück edler als frühere Designkonzepte aus dem Hause Auralic. Das stattliche Gewicht trägt sein übriges zu diesem Eindruck bei. Weiterhin wird die empfindliche Hochleistungselektronik durch das Gehäuse bestmöglich vor elektromagnetischen Interferenzen geschützt, solide Füße sorgen zudem für eine weitgehend vibrationsfreie Aufstellung.

Das einzige Bedienelement an der Front ist der Lautstärkeregler rechts. Die dahinter verborgene Technik verdient später unsere Aufmerksamkeit, an dieser Stelle sei zunächst die Haptik positiv hervorzuheben. Der Regler ist angenehm schwergängig, jeder Rasterschritt wird mit einem wohlklingenden, mechanischen Klicken belohnt. Das zentral positionierte und hochauflösende 4“ TrueColor Panel ist leicht in die Gehäusefront eingelassen und versorgt den Nutzer in kristallklaren Lettern mit allen relevanten Informationen.

High End Streaming DAC im edlen Gewand: Der Auralic Vega G2

Ein Blick auf die Rückseite offenbart das exakt verarbeitete Anschlussfeld des Vega G2. Neben den für einen D/A-Wandler üblichen Verdächtigen – eine USB Typ-B Buchse, ein digitaler Coax- sowie ein digitaler TosLink-Eingang – verfügt der Vega G2 zusätzlich über einen eher für professionelle Anwendungen relevanten AES-Input und sogar ein analoger Cinch-Eingang wurde integriert. Ebenfalls eher unüblich für einen DAC ist die Ethernet-Buchse – hier offenbart sich nun was mit der offiziellen Bezeichnung des Vega G2 als „Streaming DAC“ eigentlich gemeint ist: Denn tatsächlich lässt sich der Vega G2 (ausschließlich) via Kabel ins Netzwerk einbinden und dann in Verbindung mit der Lightning DS App als Streaming-Zentrale nutzen.

Noch nicht erwähnt haben wir bisher die beiden HDMI-Eingänge: Auralic wildert nicht etwa im AV-Revier, vielmehr handelt es sich um eine proprietäre Schnittstelle, um verschiedene Komponenten der G2 Generation miteinander zu koppeln und so nicht nur Musik- sondern auch Kontroll- und Steuerdaten auf einem Kanal und mit höchster Präzision zu transportieren. Ausgangsseitig ist der Vega G2 auf das Nötigste beschränkt: Es steht ein Stereoausgang zur Verfügung, der sowohl unsymmetrisch (Cinch) als auch symmetrisch (XLR) ausgeführt ist.

Der Auralic Vega G2 bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Schnittstellen

High-End Schaltung

Kommen wir nun zu einigen technischen Highlights des Auralic Vega G2. Hier ist zunächst festzuhalten, dass die komplette digitale Eingangssektion und die hochgezüchtete Prozessorarchitektur von jenem Schaltungsteil, der für die Digital-Analog-Wandlung zuständig ist, galvanisch getrennt sind. Dadurch werden unerwünschten Signal-Interferenzen minimiert, was der Qualität des hörbaren Signals zu Gute kommt. Der Analogeingang hingegen umgeht die gerade genannten Bereiche vollständig und leitet Signale direkt auf die Lautstärkeregelung, die – und das ist eine Besonderheit – im Vega G2 einerseits vollständig analog und andererseits passiv aufgebaut ist. Im Gegensatz zu digitalen Regelungskonzepten werden so Auflösungsverluste bei geringen Lautstärken vermieden, außerdem benötigt die passive Schaltung nach Einstellung des Signalpegels kein Strom mehr – damit wird eine weitere potenzielle Störquelle eliminiert. Eine Randnotiz für Detailverliebte: Dieser Aufbau bringt natürlich mit sich, dass das Relais beim Fernsteuern der Lautstärke über die Lightning DS App ebenfalls schaltet. Sehr schick!

Auralic Vega G2: Ausgesuchte Komponenten sorgen für herausragenden Klang

Des Weiteren erwähnt werden muss natürlich die DAC-Schaltung selbst. Auralic gibt sich auch in dieser Hinsicht nicht mit einfachen Antworten zufrieden und verzichtet auf eine Lösung von der Stange. Stattdessen verrichtet im Vega G2 eine nach speziellen Vorgaben maßgeschneiderte Lösung aus dem Hause ESS ihren Dienst. Den Takt geben dabei zwei Femto-Clocks an, die an Präzision nochmal zugelegt haben. In der Summe ergeben die genannten Maßnahmen ein extrem störungsarmes Signal mit äußerst geringen Taktschwankungen (Stichwort: Jitter), das nach der Wandlung in höchster Qualität am analogen Output ausgegeben wird.

Nutzungsmöglichkeiten

Schlussendlich werfen wir noch einen Blick auf mögliche Setups, die sich mit dem Auralic Vega G2 realisieren lassen. Dieser hat nämlich durchaus das Potenzial die zentrale Schnittstelle in einem modernen HiFi-System zu bilden. Über die Ethernet-Verbindung wird der Vega G2 zum Netzwerk-Player – lokal gespeicherte Musikbibliotheken (Computer, NAS, Musikserver, …) stehen über die Lightning DS App (nur Apple!) zur Verfügung, auch die Streaming-Dienste Tidal und Quobuz sowie Internetradios können auf diesem Weg integriert werden. In diesem Zusammenhang ist zudem die mögliche Anbindung an den Streaming-Komplett-Service Roon (LINK) zu erwähnen. Weiterhin lässt sich auf Wunsch ein CD-Transporter oder – Phono-Vorverstärker vorausgesetzt – ein Plattenspieler direkt am Vega G2 anschließen.

Der Auralic Vega G2 hat das Potenzial zur HiFi-Zentrale

Ausgangsseitig ist sowohl eine Lösung mit hochwertigen Aktiv-Lautsprechern als auch eine Kombination aus Stereo-Endstufe (oder Monoblöcken) und passiven Lautsprechern denkbar. Selbstverständlich lässt sich der Vega G2 ebenso in ein bestehendes Setup mit Vollverstärker oder Vor-/Endstufenkombination einbinden.

Schlussgedanken

Der Auralic Vega G2 ist ein kompromisslos auf höchste Klangqualität getrimmtes und wohl durchdachtes Stück HiFi-Equipment, das nicht nur als reiner D/A-Wandler glänzt, sondern sehr wohl auch das Zeug dazu hat, als Herzstück eines ultra-modernen und minimalistischen High-End Systems zu operieren. Der Preis ist durchaus eine Ansage, der gelieferte Gegenwert allerdings auch.

Dieser Post ist auch verfügbar auf: Englisch

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