3D-Projektion – Die Technik

Digital 3D im Kino, die Playstation 3 wird „3D-fähig“ und die ersten Fernseher und Beamer mit „Raumbildprojektion“ für zu Hause stehen auch vor der Tür.

Da fragen sich einige Leute, ob es derzeit überhaupt noch Sinn macht, in 2D-Technik zu investieren, wo doch die „neue 3D-Technik“ dauernd durch die Medien geht. Um diese Frage zu beantworten sollte man zuerst wissen, wie aufwendig die 3D-Projektion in großen Kinos realisiert wird.

Die Technik:
Derzeit kommen vier unterschiedliche Verfahren in professionellen Kinos zum Einsatz: Doppelprojektion, XpanD, RealD und Dolby Digital 3D.

Die Doppelprojektion mittels Polfilter-Brillen hat für den privaten Einsatz zu viele Nachteile, als dass Sie sich durchsetzen könnte. Zum einen benötigt man gleich zwei Projektoren, zum anderen braucht man eine silberbeschichtete Leinwand mit hohem Gain-Faktor, welche für die Wiedergabe von 2D-Material nur bedingt geeignet ist. Zu guter letzt sind die Polfilter der Brillen Blickwinkelabhängig.

Bei der RealD-Technik kommt ein aktiver Filter vor dem Projektor zum Einsatz. Dadurch erspart man sich zwar einen zweiten Projektor, ist aber nach wie vor auf die Silberleinwand angewiesen. Zudem sind die so genannten Z-Filter für den Privatgebrauch kaum erschwinglich, so dass man sich gleich einen zweiten Projektor kaufen könnte. Großer Vorteil im kommerziellen Bereich ist die Blickwinkelunabhängigkeit der RealD-Technik.

XpanD und Dolby Digital 3D haben die großen Vorteile, dass auf eine normale, weiße Leinwand projeziert werden kann und sind dadurch für den privaten Einsatz besser geeignet. Dennoch unterschieden sich beide Techniken grundlegend:

Beim XpanD-Verfahren kommen Shutterbrillen zum Einsatz, welche abwechselnd das linke- und rechte Auge verdunkeln. Dieses Verfahren ist im privatbereich schon länger bekannt, der Grafikchiphersteller Nvidia setzte Shutterbrillen schon vor einigen Jahren ein, um 3D-Spiele am PC zu vermarkten. Aufgrund der damals sehr niedrigen Bildwiederholrate der Monitore war jedoch ein starkes flimmern warnehmbar, welches bei einigen Anwendern Kopfschmerzen verursachte. Durch die immer höheren Bildwiederholraten der Fernseher könnte diese Technik durchaus für den Massenmarkt interessant werden. Größter Nachteil: Die Shutterbrillen sind recht teuer. Insbesondere für einen Heimkinoabend mit Besuchern ist das XpanD-Verfahren daher nur bedingt geeignet – wer möchte schon für mehrere 100€ Brillen für seine Besucher kaufen?

Dolby 3D setzt hingegen eine Technik ein, die entfernt an die Polfilter der Doppelprojektion erinnert: Ein spezieller Farbfilter vor dem Projektor lässt abwechselnd Licht unterschiedlicher Wellenlänge passieren. Die Filterbrillen der Zuschauer filtern entsprechend abwechselnd das Licht vor dem Linken- und dem Rechten Auge. Das Wirkungsprinzip ist damit ähnlich wie das der Shutterbrillen, mit dem Unterschied, das der Filter vor dem Projektor sehr viel teurer ist, die brillen dafür kostengünstiger. Daher hat Dolby 3D aller Vorraussicht nach die Chance, sich in den großen Kinos durchzusetzen.

Preise für private 3D-Projektion:
Derzeit gibts es für den Privatgebrauch keine Geräte mit einem guten Preis/Leistungsverhältnis. Der F10AS3D Beamer z.B. ist für die 3D Wiedergabe geeignet und bringt es auf eine Auflösung von bis zu 1400×1050 Pixeln. Abgesehen von der benötigten 120Hz-Wiedergabe lesen sich die technischen Daten mit überschaubarer Begeisterung. Neben der recht niedrigen Auflösung ist auch das Kontrastverhältnis von 3500:1 etwa ist für einen Heimkino-Projektor eher schwach. Die veranschlagten 20.000€ für das Gerät zeigen dann ganz deutlich, dass 3D-Projektion vorerst den Enthusiasten mit dem nötigen Kleingeld vorbehalten bleibt – zumal ja auch noch Zubehör (Shutterbrillen, BluRay-Player mit 3D-Wiedergabe etc.) benötigt wird. Zudem sind bislang auch kaum 3D-Filme erhältlich.

Deutlich spannender dürfte es hingegen für PC- und Konsolenspieler werden. Computerspiele können relativ einfach 3D-Grafik berechnen, hier werden vorraussichtlich insbesondere für die Playstation 3 einige spannende Titel erscheinen. Fernseher und PC-Monitore mit der erforderlichen 120Hz-Technik gibt es bereits zu bezahlbaren Preisen. Und wer beim zocken näher an den Bildschirm rückt wird durchaus mit einem PC-Monitor oder einem mittelgroßen Fernseher hervorragende Ergebnisse erziehlen können.

Sobald die ersten Geräte mit 3D-Wiedergabe verfügbar sind werden wir Sie uns vornehmen und berichten, ob die 3D-Technik für zu Hause bereits ausgereift ist, oder ob man lieber noch 1-2 Generationen abwarten sollte.

Kommentare (2) Schreibe einen Kommentar

  1. Naja… ein Acer-Beamer mit 2500 Ansi-Lumen und 720p ist nun wirklich kein Highlight am Heimkinobeamer-Markt…

    Die verlinkte Seite hat auch noch nicht wirklich spannende Geräte zu bieten.
    Ab März wird es die ersten 3D-Panels im Fachhandel geben, wir berichten dann natürlich von unseren Erfahrungen.

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